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Zur schnellen Orientierung:
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Geschichte der
Sparkasse Vlotho
Schon seit Jahren
hatte man in der Vlothoer Bürgerschaft regelmäßig die Errichtung
einer städtischen Sparkasse diskutiert, die erste aktenkundige
Anregung aus der Bürgerschaft datiert aber auf den April
1877. Der Vlothoer
Handelsvertreter Gustav Saul
hatte die Initiative ergriffen und reichte eine von 81 Bürgern
der Stadt unterschriebene Petition in die Gemeindeversammlung
ein, mit der nun offiziell um die Einrichtung einer Sparkasse
nachgesucht wurde. Den Antragstellern ging es nicht mehr, wie
noch bei der Gründung der Kreissparkasse
1846, vornehmlich um die
Lösung der Sozialen Frage, vielmehr hatte seit der
Jahrhundertmitte der handel- und gewerbetreibende Mittelstand
die Sparkassen als Geschäftspartner entdeckt. Wie auch in Bünde
und Gohfeld waren es die städtischen Handwerker und Kaufleute,
die auf eine günstige Kreditquelle und eine zusätzliche
Einnahmequelle für die Stadt hofften, die zu einer Minderung der
Steuerlast beitragen könnte.
Trotzdem scheiterte
der Antrag in der Gemeindeversammlung. Zwar finden sich unter
den Antragstellern auch einige Stadtverordnete, in der Stadt
bestand aber schon seit dem 4.1.1847
eine Nebenrendantur der Kreissparkasse, die durch den
angesehenen Steuereinnehmer Bauch geleitet wurde. Mit Bauch
wollte die Mehrheit der Abgeordneten offenbar nicht in
Konkurrenz treten. Statt dessen beantragte die Vlothoer
Gemeindeversammlung bei den Kreisständen die Zinsüberschüsse der
Kreissparkasse, über die der Kreis bislang allein nach seinem
Wünschen verfügen konnte, zukünftig an die Gemeinden zu
verteilen. Die Kreisstände lehnten den Vorschlag zwar ab,
trotzdem ruhte die Angelegenheit der Stadtsparkasse in Vlotho
vorerst. Im März 1883
kündigte sich allerdings in der Verwaltung der Vlothoer
Kreissparkassenrendantur ein Wechsel an, der in der Vlothoer
Kaufmannschaft offenbar einiges Mißfallen erregte. Schon am
20.3.1883 wurde eine
außerordentliche Gemeindeversammlung einberufen, die die
frühestmögliche Errichtung einer Sparkasse beschloss. Am
Nachmittag des 3. April 1883
hatte man innerhalb weniger Stunden eine Satzung erarbeitet,
indem man das Staut der Sparkasse der Stadt Oeynhausen fast
wörtlich übernahm. Wohl auch mit Rücksicht auf die
Kreissparkasse, die bislang noch keine ernsthaften Konkurrenten
im Kreis hatte verlangte der Landrat von Borries, dem das Statut
zur Genehmigung vorzulegen war, allerdings den Text dem Statut
der Kreissparkasse Teltow anzupassen das in Preußen praktisch
als Mustersatzung galt. Außerdem sollte die Stadt nun regelmäßig
Rechenschaft über ihre finanziellen Verhältnisse ablegen um
sicherzustellen, dass die Stadt gegebenenfalls ihrer
Garantiepflicht gegenüber den Sparern nachkommen konnte und die
Sparkasse nicht durch eine finanzielle Schieflage der
Stadtgemeinde in Gefahr geraten konnte.
Während man in
Vlotho durchaus bereit war, regelmäßig über den Haushalt der
Stadt zu berichten, hier gab es nichts zu verbergen, lehnte man
eine Änderung der Satzung mit dem Hinweis ab, dass die fast
identische Formulierung der Qeynhauser Sparkasse bereits
1881 genehmigt worden sei.
Ein Argument, gegen das sich der Landrat nicht sperren konnte.
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Lange Straße Nr. 118 (heute),
bis 1910 war es Nr. 153 |
Schon am 18.10.1883
öffnete die Sparkasse ihre Geschäftsräume. Zunächst fungierte
das Haus Gustav Sauls an der Weserstraße Nr. 8 als Büro- und
Tresorraum. Saul, nunmehr Rendant der Sparkasse, hatte mit dem
Amt die Verpflichtung übernommen, für geeignete Geschäftsräume
zu sorgen. Allerdings verging kaum ein Jahr, bis Saul erkrankte
und durch den Kaufmann Otto Münter
vertreten werden musste. Anfang April
1885 übernahm dann der
Kaufmann Heinrich Heitmann die
Leitung der Sparkasse, die nun auch in dessen Haus Lange Straße
Nr. 158 (heute ist es das Haus Nr. 118 neben dem Markt-Cafe)
umzog. Der geschäftstüchtige Heitmann verhalf der Sparkasse zu
bis dahin ungeahnter Prosperität. Der monatliche Einlagenzuwachs
von bis dahin durchschnittlich 10.000 Mark hatte kaum Anlass zu
übertriebenem Optimismus gegeben, |
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nun wurden aber allein in den
ersten sechs Wochen des Jahres 1886
schon rund 40.000 Mark eingezahlt. Das war auch für den Rendanten ein Grund zu Freude,
schließlich hatte er die Höhe seiner Bezüge auf die Hälfte des
Reingewinns festlegen können. 1886
waren das schon über 3000 Mark. |
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Heitmanns Wohnung erwies sich allerdings sehr bald als zu klein,
so dass er 1891 das Haus
Lange Straße 173 (heute ist es das Haus Nr. 144 ehemals
Wehage-Getreide, CoOp und all-frisch) erwarb und für die
Sparkasse umbauen ließ. Hier blieb die Sparkasse bis Heitmann am
1. Februar 1918 sein Amt an
Carl Schümer übergab. Nun kehrte
die Sparkasse wieder an die Weserstraße zurück, in das Haus Nr.
12, das sie zuvor von der Stadt gegen einige eigene Grundstücke
eingetauscht hatte.
Den ersten Schritt zum modernen Kreditinstitut machte die
Sparkasse Anfang April 1914
mit der Einführung des Scheck- und Kontokorrentverkehrs. Die
neuen Geschäfte betrieb man aber nur mit mäßigem Erfolg. Noch
Ende 1940 führte die
Sparkasse nicht mehr als 490 Kontokorrentkonten, obwohl sich
Sparkassen und Reichsregierung schon im Ersten Weltkrieg
nachhaltig für den Ausbau dieser |
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Lange Straße Nr. 144, bis 1910 war
es Nr. 173. 1918 hat die Sparkasse dieses Haus
verlassen. Nach 1930 brannte es nieder. |
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Geschäftsbereiche geworben hatten.
Man hatte schließlich gehofft auf diese Weise eine
kriegswirtschaftlich erwünschte Erhöhung der
Sparquote und eine Drosselung der Inflation zu erreichen. |
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Die Inflation ließ
sich allerdings durch solche Maßnahmen schon in den Kriegsjahren
nicht mehr spürbar bremsen. Schon ab
1916/17 reichte das von der Reichsbank ausgegebene
Kleingeld nicht mehr aus, so das neben größeren Betrieben und
den Sparkassen anderer Kreise und Städte auch die Vlothoer
Stadtsparkasse ‚Notgeld‘ herausgab. Die erste Serie mit einer
Stückelung von 10, 25 und 50 Pfennig
erschien ab Ende April 1921.
Im Stillen hatte man gehofft, durch den Verkauf der Scheine an
Sammler ein gutes Geschäft für die Stadtkasse machen zu können.
Allerdings war versäumt worden, zuvor die notwendige Genehmigung
des Regierungspräsidenten einzuholen, der die sofortige
Einziehung des Geldes verlangte. Noch nicht einmal die Hälfte
der Scheine war ausgegeben, als am 1. Oktober
1921 mit der Einlösung
begonnen werden musste.
Die Inflation und
die Währungsreform 1923/24, die Weltwirtschaftskrise und auch die Bankenkrise des
Sommers 1931, die auch viele
Sparkassen in ernsthafte Liqiuditätschwierigkeiten brachte,
überstand die Stadtsparkasse relativ glimpflich. Ernstlich
gefährdet war die Existenz aber, als Erich Hartmann, seit Anfang
1933 Landrat des Kreises
Herford, aufgrund eines Erlasses des
Reichsverteidigungskommissars vom Februar
1943 anordnete, binnen vier
Wochen das Institut mit allen Vermögenswerten auf die Vlothoer
Zweigstelle der Kreissparkasse zu überführen. In Vlotho wollte
man allerdings nicht einsehen, warum die Stadtsparkasse, die
eine vier mal größere Bilanzsumme aufzuweisen hatte als die
Nebenrendantur der Kreissparkasse, in diese einzugliedern war.
Am 15. März 1943 machte
deshalb der Vlothoer Amtsbürgermeister und Vorstandsvorsitzende
Sappke, der gemeinsam mit Sparkassendirektor
Erich Ebke nach Herford gekommen
war, dem Landrat den Vorschlag, statt dessen die Zweigstelle der
Kreissparkasse auf die Stadtsparkasse zu überführen. Der weitere
Verlauf des Gesprächs verrät einiges über den Regierungsstil des
damaligen Landrats. Sappke notierte später, dass der Landrat
„...durchaus nicht die Absicht“ bekundet habe „uns (=die
Stadtsparkasse) zu schlucken“ doch, so zitiert Sappke den
Landrat weiter, „seine Zweigstelle“ in Vlotho nicht aufgeben
wolle, denn „er sei als erster in Vlotho mit seiner Sparkasse
gewesen und verlange auf jeden Fall, dass er auch an diesem
Platz bleibe.“ Nachdem Sappke dem einige „heftige Einwendungen“
entgegengebracht und den Landrat unter anderem des „Raubes“
bezichtigt hatte, endete das Gespräch. Der Streit zog sich noch
Monate hin. Eine Eingabe an den Reichsverteidigungskommissar und
zwei Reisen Sappkes zum Deutschen Gemeindetag nach Berlin
führten schließlich zum Erfolg für die Stadt Vlotho, deren
Ansinnen man weder beim Westfälisches Sparkassenverband noch bei
den Stellen des Gemeindetags besondere Erfolgsaussichten
zugebilligt hatte. Ende 1943
entschied der Reichsfinanzminister gegen die Überführung der
Sparkasse.
Ohnehin war die
Sparkasse 1943 nur noch ein
Schatten ihrer selbst. Seitdem auch Erich Ebke zugunsten der
Front entbehrlich zu sein schien, wurde die Sparkasse durch den
Rendanten Stopkotte verwaltet, einen kränklichen Mann, der dem
Pensionsalter schon recht nahe war und den man aus Lübbecke nach
Vlotho „abgeordnet“ hatte. Die ehemals 14 Angestellten war
ausnahmslos im Kriegseinsatz, statt dessen bildeten fünf
angelernte „Kriegsaushilfsangestellte“ die Belegschaft.
Nach Kriegsende, im
August 1945, übernahm
August Domeier die Leitung der
Sparkasse. Von 1936 bis zu
deren Zusammenlegung mit der Kreissparkasse
1943 war er Direktor der
Amtssparkasse Ennigloh gewesen und wiederum, allerdings durch
den Landrat, nach Vlotho beordert worden. |
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Ihren ersten Jahresabschluss in der DM
– Ära, Ende 1952, hatte die
Sparkasse noch mit einem Verlust von 55.860,43 DM abschließen
müssen. Die Kosten der Währungsumstellung, hohe Habenzinsen und
erhebliche Rückstellungen ließen sich aus dem anfangs noch sehr
beschiedenen Aktivgeschäft nicht finanzieren. |
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Das Wirtschaftswunder machte aber auch vor der Stadtsparkasse
Vlotho nicht halt. 1957
überstieg die Bilanzsumme wieder die 9 Mio. Mark und die Zahl
der Mitarbeiter wuchs zugleich um ein Drittel, auf 21, an. Das
alte Sparkassengebäude an der Lange Straße Nr. 173 (heute ist es
das Haus Nr. 144 ehemals CoOp und all-frisch) war
1939 zum letzten Mal etwas
erweitert worden und erhielt nun auch eine vergrößerte
Kundenhalle. Außerdem bestand von
1964 bis 1967 eine
erste |
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Zweigstelle Winterbergstraße Nr. 96.
Von 1964-1967. - im Haus Kampmeier.
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Zweigstelle an der
Winterbergstraße.
1970 öffnete die Zweigstelle
Valdorf, 1973 die Zweigstelle
Uffeln, 1974 die Zweigstelle
Hollwiesen und 1976 die
Stadtzweigstelle an der Lange Straße und die Zweigstelle Exter.
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Am ersten Dezember
1967 übernahm
Dietrich Fürst die Leitung der
Sparkasse, die unter seiner unkonventionellen Führung den
Wachstumskurs einschlug. Bis Ende
1972 war die Bilanzsumme von 30,4 Mio. auf 66,2 Mio. DM
angewachsen. Im Jubiläumsjahr 1973
legte die Sparkasse noch einmal um fast 25% auf knapp 90 Mio. DM
zu. Günter Hempel, seit dem 1.6.1973
Vorstandsvorsitzender, ging gegen Ende der siebziger Jahre
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Ehem. Stadtzweigstelle, Lange Straße
Nr. 139.
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daran, diese Entwicklung zu
konsolidieren. Ein Runderlass des
Nordrhein - Westfälischen Wirtschaftsministers zur Neuordnung
der Sparkassen vom 19.10.1976
leitete dann erneut die Diskussion um die Fusion mit der
Kreissparkasse ein. Mittelständische Unternehmer bildeten in
Vlotho eine Bürgerinitiative, die sich für die Selbständigkeit
der Sparkasse einsetzte, unter anderem eine Petition an den
damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau sandte und wiederum
auch die Übertragung der Zweigstelle der Kreissparkasse auf die
Stadtsparkasse zur Diskussion stellte. Die Städte Herford, Löhne
und Vlotho prozessierten vor dem Landesverfassungsgerichtshof im
Münster gegen die Landesregierung, durchsetzen konnte sich aber
nur die Stadt Herford, die die Selbständigkeit ihrer Sparkasse
noch einmal behauptete. Am 24. November
1982 beschloss der Rat der
Stadt Vlotho den Beitritt zum Sparkassenzweckverband des Kreises
Herford und der Stadt Bünde, nicht zuletzt um einer schon im
April 1979 angedrohten
Zwangsfusion durch die Bezirksregierung in
Detmold zuvorzukommen. Schon am
1.7.1983 kam es nun zur
rechtlichen Fusion - rund drei Monate
vor dem hundertjährigen Jubiläum der Sparkasse –
technisch hatte man die Fusion in der Kürze der Zeit nicht mehr
bewältigen können.
Durch die Fusion wurde die
Stadtsparkasse Vlotho zur „Kreissparkasse Herford – Zweigstelle
Vlotho“ mit Nebenstellen.
Im Zahlungsverkehr
wurden die beiden Sparkassen noch bis zum 3.10.1983 als getrennte Institute
behandelt.
Durch den
Zusammenschluss der Geldinstitute „Stadtparkasse Herford“
und der „Kreissparkasse Herford“, entstand
1996 die heutige
„Sparkasse Herford“.
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