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Das Foto unten ist kurz vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Es zeigt den errichteten Rastplatz mit Oma Krückemeier. Auf dem Arm hält sie ihren Enkel Gernot. Ferner sind abgebildet ihre Tochter Erna, ihre Tochter Grete mit Ehemann Gustav sowie ihr Sohn Fritz, der seine Tochter Rosemarie umarmt. Enkel Herbert steht an der Fahnenstange und Schwiegertochter Marie hält den Kinderwagen. Die überdachte Feuerstelle hatte höher sitzend schmiedeeiserne Haken, um Kochtöpfe aufhängen zu können. Eine Wasserleitung führte von einem Haus der Weserbrücke zum Rastplatz. Die Wasserstelle aus gemauerten Bruchsteinen besaß einen Druckwasserhahn. Autos war durch eingepflanzte Holzstämme die Einfahrt auf den Platz verwehrt. Durch im Frühjahr 1945 stattgefundene Bombenangriffe ist der Rastplatz stark beschädigt worden. Danach wurde er im Herbst 1945 beseitigt.
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Ein Platz zum Ausruhen und Kräftesammeln wurde dem wandernden Menschen geschenkt
Durch die Vermittlung des Provinzial-Straßenbaumeisters Carstens hat sich der Bauer Störmer gen. Kopsmeier bereit gefunden, für einen Rast- und Abkochplatz das nötige Gelände an der Straße, die ins Lippische führt, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Hier haben Kinderhände - Schüler der Bürgerschule I - unter Aufsicht von Baumeister Carstens eine vorbildliche und einladende Anlage geschaffen, die am Dienstag dieser Woche eingeweiht und der Benutzung übergeben wurde. Auf der Raststätte, über die eine knorrige Eiche ihre Schatten spannt, hatten sich die Teilnehmer, darunter zahlreiche Behördenvertreter, versammelt. Nachdem die Hakenkreuzflagge unter üblichen Ehrungen am Mast emporgestiegen war, sprach Baumeister Carstens über Sinn und Zweck solcher Raststätten, die nach dem Wunsche des Inspekteurs für das Straßenbauwesen in möglichst großer Zahl errichtet werden möchten. Das Jugendwandern nimmt immer mehr zu, damit auch die Gefahr der Waldbrände, die meistens beim Abkochen entstehen. Um diese Gefahr zu bannen, ist die Raststätte auch mit einer Kochgelegenheit versehen worden, die der Sprecher in launiger Weise als das Original einer „Henriette-Davidis"- Kochstelle bezeichnete. Sein Plan sei verwirklicht worden dank des Verständnisses der Lehrerschaft, dank der liebevollen und tatkräftigen Mitarbeit der Schülerschaft und verschiedener Handwerker. Ihnen galt sein Dank. Der Rastplatz ist von einem mannshohen Erdwall umgeben, dessen breite Oberfläche noch gärtnerisch hergerichtet werden soll. Auf dem Platz selbst befinden sich drei Tische, deren Platten aus 24 Zentner schweren Mühlsteinen bestehen und mit den sinnvollen Aussprüchen des Führers beschriftet sind: „Du bist nichts!", „Das Volk ist alles!" „Über dem Volk die Nation!". Daneben steht der Feme- oder Richtertisch, auf dessen Platte das Richtschwert und die Galgenschlinge erhaben ausgehauen sind. Selbst ein Brunnen fehlt nicht, wenn seine Wässerchen im Augenblick auch noch nicht fließen. Der Rast- und Abkochplatz wurde der Obhut des Amtsbürgermeisters Sappke übergeben, der die Übernahme mit Dank und Anerkennung quittierte, zugleich aber auch mit der Mahnung verband, daß alle diese Stätte achten sollten als das, was sie sein soll, eine Erholungsstätte der wandernden Jugend. Als Vertreter des Regierungspräsidenten sprach Oberregierungs- und Schulrat Prof. Wentz sich lobend über die vorbildliche und nachahmenswerte Anlage aus. Die Inschrift „Du bist nichts, das Volk ist alles!" treffe auch gerade auf diese Anlage zu, denn nur aus dem Geist gemeinschaftlicher Arbeit sei das Werk erwachsen. Als letzter Sprecher lobte Rektor Brauntmeier das Werk und zollte insonderheit den Lehrern und Schülern Dank für die geleistete Arbeit. Mit einem Treugelöbnis zum Führer klang die Einweihungsfeier aus, die von der Schülerschaft der Bürgerschule I durch Gesang und Musik, Reigen und Volkstänze umrahmt wurde. Im Anschluß an die Feier ging es in geschlossenem Zuge nach dem Hotel Delkeskamp, wo ein Schmalfilm über die Herrichtungsarbeiten der Raststätte - vom ersten Spatenstich bis zu ihrer Vollendung - gezeigt wurde. Möge dieser Film in allen Schulen Einzug halten und dort Anregung zur Anlage weiterer Rast- und Abkochplätze geben. Dann ist die Arbeit, die hier in Vlotho freiwillig geleistet worden ist, am besten belohnt, und Vlotho darf sich schätzen, der Ausgangspunkt für derartige Rastplätze zu sein.
Bericht
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Auf der Bank vor der alten Eiche am ehemaligen Rastplatz sitzt „Opa Kopsmeier", Friedrich Conrad Kopsmeier (*1855 -†1940) . Er unterhält sich mit dem neben ihn sitzenden Bürgermeister von Vlotho, Wilhelm Sappke (1935-1945). Das Foto ist am 1. Mai 1938 gemacht worden. Angelehnt an die Eiche ist das Fahrrad des Bürgermeisters, mit dem er gekommen war. Das Fahrrad zählte seiner Zeit zu dem am häufigsten benutzten Beförderungsmittel der „Volksgenossen" und „Volksgenossinnen".
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Fast verlassen wirkt heute die Stelle, wo einst der belebte Rastplatz war. Nur die knöchrige Eiche ist heute noch zu bewundern. Sie steht unter Landschaftsschutz. Foto: 2010.
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