Das Kuhl`sche Wasserrad an der Klosterstraße. Foto: 2009.

 

 

 Fortsetzung:

 

Restaurierung – Aufbau – Einweihung

 

1823 baute der Müller Georg Süllwald etwa 100 Meter bachaufwärts vom jetzigen Standort entfernt seine Mühle. Gleichzeitig wurden auch ein Stauwehr und eine Brücke für die Winterbergstraße errichtet. 1862, so weist es die Chronik des Heimatvereins aus, erwarb Conrad Kuhl den Betrieb. Seitdem hieß das Gebäude „Kuhlsche Mühle". Dabei blieb es auch, als 1952 Richard Klimpel die Mühle übernahm, nachdem sie bis dahin von den Nachfahren Kuhls 90 Jahre lang betrieben worden war. Nach einem Brand wurde das historische Gebäude dann 1975 abgebrochen. Der Heimatverein übernahm das Rad und die Mahlsteine. Diese wurden zunächst auf dem Union-Platz (heute Lohmeier Schaltschränke) gelagert.

1989 schließlich trat das Rad den vorletzten Teil seiner Wanderung an. Im Gemeinschaftskraftwerk im benachbarten Veltheim, so hatte der Betriebsleiter des E-Werks, der Vlothoer Rudolf Tewes, vorgeschlagen, sollte es von den Kraftwerksschmieden repariert werden.

 

Ein halbes Jahr Arbeitszeit nahm die Instandsetzung des Rades in Anspruch. Schrottreif angeliefert, wurde es zunächst bis auf Nabe und Welle demontiert. Die GKW-Schmiede fertigten neue Eisenspeichen an, schmiedeten Hakenschrauben und Formeisen für die Aufnahme der 42 Holzschaufeln des mittelschlächtigen Wasserrades. Nacheinander wurden Nabe, Speichen, Reifen und Schaufelblätter wieder zusammengesetzt.

Das Wasserrad, 1823 in Vlotho erstmals in Betrieb gesetzt, tritt am Sonnabend dem 6. Juli 1991 seine letzte Fahrt an. Mit Polizeieskorte bringt ein Lastzug das vier Tonnen schwere „Riesenrad" nach Vlotho. Das geht nicht ohne Komplikationen ab. Die Männer des Kraftwerks, die die Strecke vorher schon ausgemessen haben, müssen eine Stromversorgungsleitung kappen, um den Transport gefahrlos hinter sich zu bringen. Ein schwerer Kran hievt schließlich Rad nebst Halterung auf einen Betonsockel am Forellenbach, gegenüber der Klosterstraße. Es folgen die letzten Schweißarbeiten, dann steht es fest.

Das Gebäude der Kuhlschen Mühle ist bereits abgebrochen. Nur das Wasserrad ist noch am seinem alten Platz. Gegenüber ist das Feuerwehrhaus sichtbar. Foto: Jan. 1975.

Die Einweihung des Mühlenrad-Denkmals fand am Samstag dem 13. Juli 1991 vor einer großen Zuschauerkulisse statt.

 

Der Platz des Rades war übrigens nicht zufällig gewählt worden. An dieser Stelle zweigte früher der Graben ab, der die älteste Vlothoer Mühle, die Klostermühle (erbaut um 1250), mit Wasser versorgte.

 

Siehe dazu:

Stichwort Klostermühle

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