"Gasthaus zur Post".  Anfang der 1950er Jahre.

An dieser Ansicht hat sich bis zum Abriss 1974 nur wenig verändert,

allerdings wurde die Mauer entfernt.

 

 

"Gasthaus zur Post",  kurz vor dem Abriss. Foto: 1974.

 

 

 

Um das "Gasthaus zur Post"

 

Zur Zeit Friedrich Lüers war das „Restaurant zur Post" ein gern besuchtes Lokal. Das lag nicht nur an der „aufmerksamen reellen Bedienung, den gepflegten Bieren und der 1a Küche", wie man im „Führer durch den Luftkurort Vlotho" aus dem Jahre 1925 nachlesen kann, sondern auch am „herrlichen, schattigen Garten mit geschützter Veranda", von dem nach dem Abbruch nur zwei große Kastanienbäume übrig geblieben sind. Besonders gern kamen die Vlothoer, wenn die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr hier ihre Konzerte veranstaltete. Friedrich Lüer war allerdings nicht wenig erstaunt, als eines Tages ein Bauer aus Uffeln ihn bat, recht bald wieder die Kapelle zu bestellen. Er wolle sie gerne bezahlen. Auf die Frage nach dem Grunde, kam die Antwort: „Wir brauchen unbedingt Regen!" Es hatte sich herum gesprochen, dass die Konzerte oft verregnet waren. In den Gasträumen trafen sich auch die Mitglieder vieler Vereine, die hier ihr Vereinslokal hatten. Zu ihnen ge­hörte auch die Vlothoer Brieftaubenvereinigung, die im Jahre 1957 den Schuppen in der hinteren Ecke erbauen ließ, um hier die Taubenreisekörbe unterzubringen. Zur Postkutschenzeit, die für Vlotho erst im Jahre 1925 endete, kehrten auch hier die wartenden „Passagiere" ein. Von 1902 bis 1962 konnte man hier an der „Haltestelle Weserstraße" die Fahrkarten für die Herforder Kleinbahn kaufen.

Stammlokal für eine Reihe von Kegelklubs war die „gedeckte Kegelbahn" auf dem Ufer des Forellenbachs. Es war die erste dieser Art in Vlotho. Bisher hatte man nur bei gutem Wetter im Sommer eine der vielen offenen Kegelbahnen benutzen können. Jetzt konnte man das ganze Jahr hindurch regelmäßig kegeln. Die Bahn wurde im Jahre 1896 noch von Frau Verwold gebaut. Es war eine einfache Bohlenbahn, die erst 1927 in eine Scherenbahn umgebaut und um 1965 auf automatischen Betrieb umgestellt wurde. Schon im Jahre 1896 entstanden drei neue Kegelklubs, am 27.4. der „Kegelklub 16", am 27.11. die „Kegelgesellschaft International" und am 28.12. der „Kegelklub Pudel“.

 Ein Wolkenbruch am Abend des 7. 5.1931, der den Forellenbach so stark anschwellen ließ, dass das Wasser bis zur Kreissparkasse reichte, setzte auch die Kegelbahn unter Wasser. Tische und Stühle schwammen in den Räumen herum. Ein Stuhl und ein Kegel verschwanden ganz, andere wurden in den Nachbargebäuden gefunden.

 

Folgende Namen trug die Wirtschaft in der über hundertjährigen Geschichte.

 

Alte Post

Gasthaus zur Post

Restaurant zur Post

Restauration zur Post

Post

Zur Post

 

 

Anzeige im Vlothoer Wochenblatt - Mittwoch 1. Dezember 1954.

 

 

"Restauration zur Post". Postkarte nach 1905.

 

 

Eine Postkarte um 1937.

Rückseitenbeschriftung: Gasthaus "Zur Post" Heinrich Tiemeyer.