Forellenbachbrücke / Weserstraße. Foto: um 1937.

 

 

 

Brücken aus Holz, Stein, Eisen und Beton an der Weserstraße
 

Die erste Brücke, ein im Jahre 1648 erbautes hölzernes Produkt, wurde 1768 zerstört. Sie war so konstruiert, dass man sie auf einem Bohlenbelag überqueren musste. Die Bohlen waren alle vier Jahre erneuerungsbedürftig. Ein aufwendiger Nachteil. Bürgermeister Mühlenfeld hielt es daher für zweckmäßig, die Ersatzbrücke aus Steinen zu errichten. Er scheiterte jedoch mit seinem Vorhaben. Die verantwortliche Baubehörde bei der Kriegs- und Domänenkammer Minden sperrte sich beharrlich wegen der entstehenden Mehrkosten. Die Baukosten für eine steinerne Brücke waren nämlich mit 547 Taler veranschlagt worden und die für eine hölzerne vergleichsweise mit nur 239 Taler. Das schließlich um eine letztgültige Entscheidung ersuchte Berliner Ministerium befahl „respektierlich" den Bau einer Holzbrücke. 1772 endlich war es dann soweit, dass wieder eine Brücke über den Mühlenbach führte. Ein Teil der Kosten wurde durch den Verkauf von Ländereien, die sich im Eigentum der Stadt befanden, aufgebracht.

Bereits 1796 war es erneut um die Brücke geschehen. Sie wurde teilweise vom überflutenden Bach fortgerissen. Man behalf sich über Jahre hinweg mit den Überresten. Der Behelf indes war dadurch erträglicher, dass man bis zu einer gewissen Möglichkeit die in der Winterbergstraße „bei der Kuhls-Mühle" vorhandene hölzerne Bachbrücke nutzen konnte. Dazu trug auch die Bachbrücke in der Valdorfer Straße mit bei. Der Volksmund nannte sie „Totenbrücke“, weil über sie auch der Weg nach dem Friedhof führte.

Im Jahre 1877 endlich machte ein aus Eisen konstruierter Neubau, dessen Kosten sich auf 7.000 Mark beliefen, dem brückenbaulichen Ungemach an der Weserstraße ein Ende.

Der aus Eisen konstruierte Brückenbau an der Weserstraße, der die Aufgabe des Straßenverkehrs erfüllte, war Voraussetzung dafür, dass die dampfbetriebene Kleinbahn im Jahre 1900 ihren Betrieb aufnahm.

 

Die abgrenzenden seitlichen Brückengeländer waren -erstaunlicherweise  -  nach  einem künstlerisch beeinflussten Entwurf hergestellt worden. Man vermag das deutlich auf der linken Seite des im Jahre 1913 abgelichteten Fotos mit dem früheren Gebäude des Buchdruckereibesitzers und Zeitungsverlegers Heinrich Meyer im Hintergrund zu erkennen.

 

Diese Brücke überstand zwar die infolge des Mai-Unwetters im Jahre 1931 hervorgerufene Hochflut, aber es stellte sich dann doch heraus, dass das Volumen der Abflussmöglichkeiten nicht gerade als unbedingt ausreichend bezeichnet werden konnte. Es war zudem nicht zu übersehen, dass die Fahrbahnbreite verkehrspolitisch immer mehr in Rückstand geraten war. Es mangelte außerdem auf der einen Brückenseite auch an einem Gehsteig. Vorsicht ist besser als Nachsicht. So sah man sich daher aufgefordert, nach wenigen darauf folgenden Jahren eine

Brücke aus Beton entstehen zu lassen, die allen Anforderungen gerecht wurde. 

 

Dieses aus Beton gegossene groß dimensionierte Brückenbauwerk wurde aber schon bald überflüssig, als man daran gegangen war, den Stadtbereich mit der sogenannten Umgehungsstraße zu belasten. Skrupellos wie man dachte und handelte, durchtrennte man einfach den Weserstraßenteil, und schon - was soll's - war die Stadt zweigeteilt. Im

.

Das Geländer der Forellenbachbrücke und die

Druckerei Heinrich Meyer.  Foto: um 1913.

.

.

Forellenbachbrücke / Weserstraße. Foto: 1931

.

.

  Die letzte Forellenbachbrücke an der Weserstraße. Foto:1980.

.

Zusammenhang damit schreckte man vor einer weiteren Untat nicht zurück, als man die Begradigung des Bachlaufes, die Tieferlegung des Bachbettes und die Eingrabung der Ufer in Beton vornahm.