Fortsetzung:

 

Außerdem benötigte man zwei Bahnübergänge. Der erste Übergang wurde etwa ein Kilometer östlich von Vlotho geschaffen. Ein Wärterhäuschen für den Schrankenwärter mit der Nr. 40 kam hinzu. Der zweite Bahnübergang lag nochmals einen Kilometer östlich. Das errichtete Wärterhäuschen erhielt die Nr. 39. Es wurde nördlich innerhalb des beschrankten Bereiches neben den Gleisen errichtet.

 

Später war man unzufrieden mit den Sichtmöglichkeiten für den Wärter. So baute man gegenüber dem Haus südlich neben den Gleisen ein neues Wärterhaus. Von seinem Platz im Haus konnte der Wärter sitzend die herannahenden Züge auf der Bahnstrecke von Borlefzen und Vlotho besser einsehen. Das ersterbaute Haus wurde Anfang des Zweiten Weltkrieges abgerissen. Auf sein Fundament setzte man eine Blechhütte für die Gerätschaften der Bahnarbeiter (Rotte). Auch ein Doppelwohnhaus wurde nahebei errichtet und war für die diensttuenden Schrankenwärter und ihre Familien geplant.

 

Im Februar/März 1945 wurden durch alliierte Bomben alles zerstört. Der Schrankenwärter bekam nun einen Notunterstand. Schon bald danach begann man mit dem Bau eines neues Hauses südlich der Gleise in den Hang am Weg zum Kuhkamp. Es war nun der idealste Platz in Bezug für die Sicht des Schrankenwärters zu den herannahenden Zügen. Infolge der Umstellung der beschrankten Bahnübergänge auf Signalanlagen wurden die Häuschen Nr. 39 und Nr. 40 abgerissen. Das Doppelhaus für die Bahnangestellten ist nach der Zerstörung nicht wieder aufgebaut worden.

 

Um 1900 begann die Besiedlung der Kippe bzw. des später so genannten Ortsteil Weserbrücke. Zu dem Bahnhaus kamen noch elf weitere Häuser hinzu. Die Häuser erhielten wie damals üblich Hausnummern z. B. „Krückemeier Nr. 539". Ab April 1936 erhielt dasselbe Haus die Bezeichnung „Feldmark Ost Nr. 2". Mit Einführung von Straßennamen wurde die Bezeichnung in „Weserstraße 58" geändert. Das letzte östlich gelegene Haus (Ruschemeier) zählte zur Gemeinde Valdorf Ost. Vor der Zerstörung der Ansiedlung im März 1945 war die Reihenfolge der Häuser am Ende der Weserstraße: Nr. 50 das Wasserwerk, Nr. 58 Krückemeier, Nr. 60 Edler, Nr. 62 und 64 das Bahnhaus, Nr. 68 Waßmann, Nr. 72 W. Schatzberg, Nr. 76 Klocke, Nr. 78 Schröder, Nr. 80 Stemmer, Nr. 82 Langhans, Nr. 84 A. Schatzberg und Nr. 86 Klaus. Das Wasserwerk Vlotho war 1929 hinzugekommen.

 

Östlich des Bahnüberganges Nr. 40 war die Ziegelei der Firma Ohle & Bonnemeyer angesiedelt. Das zu verarbeitende Material für die Ziegelsteine wurde in einem eigenen Steinbruch gewonnen und zur Ziegelei gefahren/wo es in einem Kollerwerk klein gemahlen wurde. Der Steinbruch befand sich in der Nähe und lag gleich östlich hinter der ehemaligen Brauerei Volbracht an der Weserstraße. Große Bruchsteine wurden auch mit Schiffen versendet. Hierfür befand sich östlich der Ziegelei ein eigener Verladekran an

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Verladestelle von Ziegelei und Steinbruch der

Firma Ohle & Bonnemeyer.

der Weser. Ein Wohnhaus für den Ziegelbrenner befand sich auf dem Gelände der Ziegelei an der Weserstraße und ist heute noch bewohnt.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurden im Sommer 1943 auf beiden Seiten der Weser nahe der Eisenbahnbrücke Luftabwehrgeschütze installiert. Bei den verheerenden Luftangriffen im Frühjahr 1945 auf die Eisenbahnbrücke wurde nicht nur die Siedlung Weserbrücke neben Wasserwerk und Ziegelei zerstört, sondern viele Häuser in Uffeln, im Kuhkamp, auf dem Krückeberg sowie am Güterbahnhof in Vlotho fielen der Zerstörung anheim oder erlitten große Schäden. Als die Alliierten - die Amerikaner nördlich von Vlotho und die Briten nördlich von Minden - in der ersten Aprilwoche 1945 die Weser überwanden, war für die einheimische Bevölkerung der Krieg praktisch zu Ende. Sofort begann man mit dem Abräumen der Trümmergrundstücke und mit dem Wiederaufbau der zerstörten Häuser, was 1950 zum Abschluss kam.

 

Herbert Krückemeier