Das Foto zeigt die Häuser Höltkebruchstraße Nr. 1

und Lange Straße Nr. 142 (Rückseite, heute Schlüsseldienst). Foto: um 1950.

Hinweis: Links fehlt noch das Haus Wehage (später all frisch) Lange Straße Nr. 144.

 

 

 

Fortsetzung:

 

In ihren Mußestunden interessierten sich die Schlüters mit neugieriger Vorliebe für alles, was sich auf der Straße tat. Straße...? Davon kann wohl kaum die Rede sein, denn sie wies nicht einmal ein Kopfsteinpflaster auf. Damit nun die Hausbewohner ihrer Neugierde frönen konnten, war nach der Straße zu die eine Stubenseite als „Stuben-Utlucht" (Ausblick) etwas vorgezogen worden. Ein Erscheinungsbild, wie es auch das 1684 errichtete Malzsche Fachwerkhaus (Lange Straße Nr. 136), ein Produkt hoher künstlerischer Handwerkstätigkeit, bietet. Auch das unweit davon bestehende Sturhannsche Fachwerkhaus (heute Konditorei Leunig – Markt Café) weist eine „Utlucht" auf. Im Jahre 1684 zählte die Stadt Vlotho als solche, die umliegenden Ortschaften ausgenommen, 212 Hausnummern, die sich bis 1840 nur auf 240 erhöhten.

 

Joseph Berkenkopf erwarb 1858 die beiden Schlüterschen Häuser käuflich, die nunmehr als Höltkebruchstraße l und la ausgewiesen wurden. Im größeren der beiden Häuser richtete er eine Zigarrenkistenfabrik ein. Das kleinere benutzte er für Wohnzwecke seiner fünfköpfigen Familie. Seine Nachfolgeschaft trat bald nach dem Zweiten Weltkrieg sein vormaliger Mitarbeiter Hans Schmitz an.

 

Nachdem die Zigarrenkistenfabrik ihre Existenz aufgegeben hatte, gingen beide Berkenkopfschen Häuser 1956 in das Eigenturn des Getreidehändlers Wilhelm Bernsmeier über. Er ließ sie wegräumen und ersetzte sie durch einen Neubau, der seitdem im Straßenregister unter der Bezeichnung „Am Roseneck Nr. 1“ geführt wird. Zuvor hatte Bernsrneier bereits im Hintergrund eine hohe Stützmauer aus Beton gießen lassen. In Verbindung mit dem Abbruch der beiden Fachwerkhäuser wurde

 

Höltkebruchstraße Nr. 1 um 1948.

 

auch der dazugehörige rechtsseitig vorhandene „schiefe Kamp" abgetragen. Seines Zeichens ein terrassenförmig angelegter und bepflanzter Garten, den eine Bruchsteinmauer, die wirkungsvoll in Streben unterteilt war, abstützte. Nachdem das gut 20 Meter in den Berg eingelagerte Erdreich weggeschafft worden war, wurde die bereits hinter dem Neubau vorhandene Betonmauer vollendet, d.h. um viele Meter verlängert. Auf diese Weise wurde so die Vorbedingung für den Bau des Geschäfts- und Wohnhauses Lange Straße 135 a erfüllt, in dem heute Quick-Schuh ansässig ist.

 

 

 

 

Links: Höltkebruchstraße Nr. 1.

Rechts: Lange Straße Nr. 135a (heute Quick-Schuhgeschäft). Foto: 2009.