Der Stein mit einer Inschrift. Foto: 1964. - Die zweite Inschrift wurde später hinzugefügt.

 

Fortsetzung:

 

Es handelt sich dabei einmal um den sehr kurzen Bericht des Generals King, den er zwei Tage nach der Schlacht in Minden an den schwedischen Reichskanzler Oxenstierna geschrieben hat, und um den sehr ausführlichen Be­richt des Generals von Hatzfeldt an den Kaiser in Wien vom 21.10.1638.

Die früheren Berichte über die Schlacht stützen sich auf eine Schilderung in dem „Theatrum Europäum" III. Band aus dem Jahre 1644. Seine Darstellung ist zugunsten der kaiserlichen Seite erheblich gefälscht. Beteiligt wa­ren an der Schlacht, wie bisher behauptet wurde, nicht 15.000, sondern nur 8.000 Mann, nämlich 4.000 auf jeder Seite.

Die Fälschung ergibt sich schon aus der Zahl der gefangenen Of­fiziere und Unteroffiziere, die Ge­neral von Hatzfeldt mit 76 an­gibt. Diese Zahl wurde im „Thea­trum Europäum" auf 240 erhöht. Die Verluste der Kaiserlichen wurden von ihm mit 37 Toten und 45 Verwundeten angegeben, die Zahl der gemachten Gefangenen mit etwa 1.000. Das „Theatrum Europäum" behauptet, man habe auf dem Schlachtfeld 1.200 Tote gefunden, und die schwedischen Gesamtverluste hätten „in gewisser Zahl" 2.586 betragen.

Gefunden hat man auf dem Schlachtfeld keine Gräber, son­dern nur einige Kanonenkugeln, die einen Durchmesser von 9 cm haben und 2,3 kg wiegen.

Die Stadt Vlotho hat von der Schlacht, die nur drei Stunden nachmittags andauerte, nur die zur Weser flüchtenden Soldaten gesehen. Von irgendwelchen Zerstörungen in der Stadt ist nichts bekannt geworden.