Foto: um 1932

 

 

 

Geschichte der Valdorfer Schule

 

Die Valdorfer Schule war, wie überall, eine Einrichtung der Kirche. Der Lehrer war zugleich Küster und auch Kantor. Infolgedessen rührten seine Einkünfte aus den verschiedensten Quellen her. Bei der Aufteilung der Vlothoer Klostereinkünfte hatte man den Lehrer von Valdorf zwar vergessen, da damals noch keine Schule in Valdorf bestand. Immerhin war das Einkommen des Valdorfer Kantors später so groß geworden, dass er im Jahre 1836 zu den höchstbesoldeten Beamten im Amte Vlotho gehörte, da er mit 600 Tlrn. ebenso viel wie der Amtmann von Vlotho und erheblich mehr als der Pfarrer von Valdorf verdiente. Denn neben dem sich ständig steigernden Schulgeld lieferten ihm die Eingesessenen 56 Himpten Roggen und 26 Scheffel Hafer, deren Wert auch infolge der Geldentwertung zugenommen hatte. Dazu kamen noch die Einnahmen aus den kirchlichen Handlungen und sein Anteil an der Pflichtsammlung.

 

Die Küsterwohnung war auch gleichzeitig Schulhaus. Der zur Schule bestimmte Raum war aber so klein, dass er die Schüler niemals fassen konnte. Zudem war er finster und 1751 schon baufällig. Aber erst als im Jahre 1815 Teile der Decke und eine Wand einstürzten, wurde ein neues Kantorhaus mit einer Schulstube für 100 Kinder gebaut, das 975 Taler kostete. Um 1830 hatte sich die Zahl der Schüler auf fast 400 erhöht, so dass das bisherige Schulhaus an der Nordseite einen Anbau mit 2 Klassen, in dem oben auch eine Wohnung für den zweiten Lehrer vorgesehen war, erhielt. Die Gemeinde musste dafür 1500 Tlr. aufbringen. Das letzte Schulhaus wurde 1927 eingeweiht und kostete 85.000 Mark. Eine Turnhalle folgte bald darauf, während die Kirchengemeinde eine besondere Kantorwohnung schon 1913 gebaut hatte!

 

Nach einer Eintragung im Kirchenbuche starb im Jahre 1721 „der erste Schulmeister" Julius August Hage im Alter von 74 Jahre nach 42-jähriger Dienstzeit. Danach wäre die Valdorfer Schule im Jahre 1679 gegründet worden, d. h. in dem Jahre des französischen Einfalls in Ravensberg. Hage stammte von dem von seinem Vater erbauten Hofe Wehrendorf Nr. 41, war also ein Valdorfer Kind. Anscheinend war er nur „Schulmeister" und kein Küster, da er als Schulmeister von den Abgaben an die Geistlichkeit und der Kontribution befreit war. Das Kataster von 1717 enthält außerdem die eigenartige Bestimmung, dass er keine Hühner halten durfte.

Es besteht also immerhin die Möglichkeit, dass die früheren Küster auch schon unterrichtet haben.

1955 wurde die Valdorfer Schule von rund 190 Schülern besucht, die in vier Klassenräumen von vier Lehrkräften unterrichtet wurden.

 

Quelle: Dr. Großmann

 

 

 

Die Hauptlehrer/Schulleiter von Valdorf

 

1679—1721 Hage, Julius August

1721—1725 Hage, Jost Henrich

1725—1736 Bünte, Johann Otto

1736—1755 Dunker, Jakob Friedrich

1755—1788 Flömer, Joh. Hermann

1788—1804 Winzer, Heinrich Otto

1804—1807 Göring, Franz Karl Ludwig

1807—1828 Huly, Carl Gottfried

1828—1836 Uetrecht, Christoph Wilhelm

1837—1853 Fasse, Hermann Heinrich August

1853—1875 Fasse, Karl Ernst

1875—1907 Schwick, Friedrich Wilhelm

1907—1931 Meyer, Friedrich

1931—1953 Hekemeier, Friedrich

1953—1966 Kordes, August

 

Ab Dezember 1966 wurde an der Volksschule Valdorf nicht mehr unterrichtet. Neue zuständige Schule für Valdorf, war nun die Grundschule Topsundern.

 

 

*1888 -1955

*1902 - †1977

 

 

Schulleiter und Klassenlehrer August Kordes mit seiner 8. Klasse der Volksschule Valdorf bei der Entlassungsfeier im März 1961.

 

 

Lemgoer Straße Nr. 6 - zuvor Valdorf West Nr.352

Wohnhaus vom letzten Schulleiter

August Kordes. Foto: 2010.

 

 

Lemgoer Straße Nr. 4 - zuvor Valdorf West Nr.134b

Wohnhaus vom Kantor und Schulleiter

Friedrich Hekemeier. Foto: 2010.

 

 

Hans-Schwarze-Grundschule Valdorf  -  (Topsundern) Foto: 2011.