Eberhard-Delius-Schule - Sonderschule für Lernbehinderte

 

Geboren im Juni1937 in Oberhausen, war Johannes Kamp in Steinheim, Kreis Höxter, aufgewachsen, hatte in Detmold 1957 das Abitur gemacht, in Paderborn Pädagogik, in Dortmund Sonderpädagogik studiert. Mit 22 Jahren trat er als „Junglehrer" seine erste Stelle in Gelsenkirchen an. Im Jahr 1968 zog er mit seiner Frau und den drei Kindern nach Valdorf. 31-jährig wurde er Leiter der „Sonderschule für Lernbehinderte“ in Vlotho. An der später auf seinen Wunsch hin in „Eberhard-Delius-Schule“ umbenannten „Sonderschule für Lernbehinderte“ unterrichteten erst 2 Lehrkräfte seit dem Gründungsjahr 1967. Die Schule entwickelte sich zunächst stetig weiter. In der ersten Hälfte der 70er-Jahre hatte die Sonderschule für Lernbehinderte die höchste Schülerzahl ihrer Geschichte erreicht. Im Schuljahr 1973/ 1974 wurden dort 135 Kinder unterrichtet.

 

 Im Jahr 1970 wurde Johannes Kamp zum Sonderschulrektor ernannt und leitete die Schule bis zu deren offizieller Schließung (wegen mangelnder Schülerzahlen) im Jahr 1990. Als die Grundschulen sich  immer mehr in der Lage fühlten, die Förderung lernschwacher Kinder selber leisten zu können, kam es zu einem langsamen aber spürbaren Rückgang der Schülerzahlen, erinnert sich Johannes Kamp. Die Pädagogen der Eberhard-Delius-Schule gingen  für einige Stunden in der Woche als zusätzliche Lehrkräfte in Klassen an den Vlothoer Grundschulen, um lernschwache Kinder gezielt zu fördern.

 

Johannes Kamp Sonderschulrektor

 

Schließlich wurden der klein gewordenen Schule Räume in der ehemaligen Bürgerschule II an der Jägerortstraße zugewiesen, die auch von der Hauptschule im Schulzentrum genutzt wurde.

 

Bevor die Eberhard-Delius- Schule dann 1990 nach fünf Jahren an diesem Standort aufgegeben und als Vlothoer Sonderschule geschlossen wurde, hatte sie nur noch weniger als 20 Schüler/innen. Lernschwache Kinder wurden seitdem zur Fröbelschule nach Hohenhausen geschickt. Diese Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Kalletal und der Stadt Vlotho wurde im Frühjahr noch mit einer entsprechenden Vereinbarung per Ratsbeschluss auf Dauer gefestigt.

 

Nach der Schließung der Eberhard-Delius-Schule wurde Johannes Kamp für 1 Jahr an die Albert-Schweitzer-Schule in Herford (Sonderschule für Lernbehinderte) abgeordnet, bevor er dann noch 9 Jahre bis  zu seiner Pensionierung die Wittekind-Schule (Sonderschule für Sprachbehinderte) des Kreises Herford in Eilshausen leitete.

 

Damals hatte die noch selbstständige Gemeinde Valdorf mit den Neubauten Topsundern, Beerenkämpen und Bonneberg für moderne Schulgebäude gesorgt, die auch den steigenden Zahlen der Schülerinnen und Schüler endlich gerecht wurden.

 

Auf die alten kleinen Volksschulen auf dem Ruschberg - später vom Collegium Humanum gekauft - in Steinbründorf gegenüber der „Wilden Sau", sowie die spätere Eberhard-Delius-Schule gegenüber vom Simeonsstift und die Volksschule auf dem Bonneberg, war man nicht mehr angewiesen. Die politisch treibende Kraft dafür war der damalige Valdorfer Bürgermeister Hans Schwarze. Der

 

Valdorfer Volksschule - ab 1967 Sonderschule

Sozialdemokrat lenkte die Geschicke seiner Gemeinde von 1952 bis zur  Eingemeindung Valdorfs in die Stadt Vlotho 1969. Heute wird das alte Horststeingebäude von der „Staatlich anerkannten Lehranstalt für Physiotherapie an der Weserland-Klinik Bad Seebruch" genutzt. Schulleiter dieses Instituts ist seit einigen Monaten der Vlothoer Carsten Diekmann.

 

Während die alten Schulgebäude der Eberhard-Delius Schule an der Lemgoer Straße auch heute noch für pädagogische Zwecke genutzt werden, die der Gesundheit dienen sollen, wurde die ehemalige Bürgerschule II an der Jägerortstraße abgerissen. Die Schule war im Oktober 1958 mit 350 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge eins bis acht dort an den Start gegangen.

 

Schulleiter Rektor Fritz Strötker gehörte nach seiner Pensionierung 1969 übrigens noch einige Jahre zum Kollegium der Sonderschule. Die Stadt Vlotho als Schulträger verkaufte das Schulgebäude, das Anfang der 90er-Jahre als Notunterkunft für Asylsuchende und Aussiedler genutzt wurde, an eine Siedlungsgesellschaft. Wo früher das Schulgebäude am Jägerort stand, stehen heute schmucke Wohnhäuser an der Straße Oberer Kamp.

 

Das an die Schule angrenzende Turnhallengebäude, in dem sich auch ein Lehrschwimmbecken befand, wurde an die Vlothoer Baptisten-Brüder-Gemeinde verkauft, die hier nach einem umfangreichen Umbau ihr Bethaus einrichtete.