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Valdorfer-Namen
Steinbründorf - Hollwiesen - Bonneberg - Fehlen (Wehrendorf)
Bei den in Valdorf vorkommenden alten
Namen kann man vor allem drei Arten feststellen. Sie gehen auf den
Beruf, einen alten Vornamen oder die Lage des Hofes zurück. Bei einigen
Namen finden wir auch zwei dieser Arten vereinigt. Die heutige
Namensform lässt ihre Herkunft meistens nicht leicht erkennen. Die
ursprüngliche Form aber, wie sie in dem Kataster von 1686 vorkommt, gibt
häufig die bisher fehlende Erklärung.
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Einer der ältesten Berufsnamen auf dem
Lande ist der Name Meyer, abgeleitet von dem lateinischen Wort „Major",
der als Eigentümer eines größeren Hofes von bestimmten Hofeigentümern
die Abgaben für den Grundherrn einzuziehen hatte. Sie saßen unter diesem
Namen auf den Höfen Nr. l in Hollwiesen, Bonneberg und Fehlen
(Wehrendorf). Allerdings ist aus dem „Bonnebergmeier" der Bonnemeier
geworden, während bei dem anderen Hof zum Namen |
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Hof Henrichsmeier, Valdorf West Nr.
5,
heute Bäderstraße Nr. 3 |
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„Meyer" noch der Familienname Kahre (1696 Kara) getreten ist, so dass hier ein Doppelname
entstand.
Berufsnamen erhielten auch die
Hofbesitzer von Bonneberg 27 und Steinbründorf 33, wo 1686 die „Scheper"
wohnten, die als Gemeindehirten das Vieh in der Gemeinde hüteten. Auch
die Bauerrichter in Bonneberg 37 und Steinbründorf 20 waren als
Gemeindevorsteher nach ihrem Beruf genannt, bei dem sie aber nichts
verdienten, da es ein Ehrenamt war.
Schließlich waren auch die Schmiede
vertreten. In Hollwiesen 16 finden wir den Linnenschmied, der allerdings
1740 als Lindenschmidt genannt wird. In Steinbrüdorf taucht erst 1848
der Name Hellschmidt auf, während der Vorbesitzer noch Helle hieß.
Daraus entwickelte sich der Name Hellmeier. Helle bezeichnet den
Ortsteil von Steinbründorf im Südosten am Hellweg.
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Nicht weit davon liegt die Wulfekuhle,
die dem Besitzer des später aufgeteilten Hofes Nr. 10 den Namen
gab. Wie sehr Ortsbezeichnungen als Familiennamen gewählt
wurden, zeigt der Name „Hinrich in den Ellern" für den Besitzer
Nr. 30. In die gleiche Gruppe gehören noch von Steinbründorf die
Namen Selberg (24), Lichtenberg (36), Siekmann am Senkelteich
(37), auch Senkelmeier genannt, Linnenbecker (28) und Lohkamp
(23). In Hollwiesen haben wir |
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(Hermsmeier)
Hof Prött 1951, Valdorf West Nr.
2,
heute Bäderstraße Nr. 1
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Beckmann (8), der allerdings 1825
als Begemann erscheint, so dass die Bedeutung „Bachmann" nicht mehr so
deutlich ist.
Auch in Bonneberg haben die Flurnamen der
Bildung von Familiennamen gedient. Nach der „Flage" gleich „Fläche"
wurden 1636 Henrich an dem Flage (Nr. 12) und Hans aufm Flage (22)
genannt. Heute heißen die Nachkommen Flachmeier. Dem Strangemeyer Nr. 19
gehörte das Land „auf dem Strange". Auf dem Land „am Planke" nennen sich
noch heute unverändert die vom Hofe 20 stammenden Familien. „Henrich
aufm Alfe" tritt schon 1717 als Alfmeyer (12) in einem Register in
Erscheinung. Auch die Namen Varenbrink (8) und Büschenfelder (6), die
schon 1550 vorkommen, gehen auf Ortsbezeichnungen
zurück.
Erwähnt sei hier auch der Name „Klußmeyer"
(17). obwohl die Lage der alten Mönchsklause, die auch dem Klußberg den
Namen gibt, noch nicht bekannt ist. Vornamen, die zum Familiennamen
führten findet man in Steinbründorf bei den Höfen 18 und 19. Aus Everdts
(Eberhard) wird Eversmeier und aus Peters - der Besitzer von Hollwiesen
4 hieß 1680 auch so - wird Peitsmeier. Der Name Michel, Steinbründorf
35, tritt 1785 als Michaelis auf, während in Valdorf (57) aus dem Cordt
(Konrad) der Name Korfs entstand. Auch die häufiger vorkommenden
Noltings hießen ganz früher einmal Arnold, woraus erst Nolte und dann
Nolting wurde.
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Eine Sonderrolle in der Namensgebung
nehmen die Ortsteile Südmersen und Valdorf (bei der Kirche) ein. Da es
hier ursprünglich nur wenige Höfe gab, kam man bis in das achtzehnte
Jahrhundert hinein mit den Vornamen aus, an die dann später die Endung
,,-meier" angehängt wurde. So findet man noch 1636 im Kataster Nr. 2
Hermann zu Valdorf (Hermsmeier), Nr. 12 Johann zu Valdorf und daneben
Nr. l Johann zu Südmersen, Nr. 5 Henrich zu |
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Ursprunghaus des
Hofes Lücking, Valdorf West Nr. 11,
heute Bäderstraße Nr. 31 |
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Valdorf (Henrichsmeier) und
Nr. 7 Bartold zu Südmersen (Bartelsmeier) und Nr. 11 Lüdecke zu
Südmersen (Lükking). Die Familie auf Nr. l hat aber später den Ortsnamen
der uralten Bauerschaft Südmersen als Vornamen angenommen, ebenso die
Familien, die heute den Namen „Valdorf" führen. Bei Nr. 11 wurde
eigenartiger Weise nicht der Name durch die Endung ,,-meier", sondern
auch ,,ing" erweitert, was in unserer Gegend ziemlich selten, dagegen
sehr oft nördlich von Minden vorkommt. Bei Nr. 50 haben wir das Gleiche,
aus Deters wird Detering.
Auch der Ortsteil Topsundern taucht 1685
bei den Höfen 21 (Arnd Topsundern) und 32 (Herm Topsundern) auf. Aber
bei 21 steht schon dabei „oder Alers", woraus dann Ahlersmeier wird, und
bei Nr. 32 „oder Klocke".
An der lippischen Grenze findet sich der
Name Jürgen Schnadt (49), der später zu Schnatmeier wird, und am
Krückeberg und Winterberg der Krückemeyer (17) und der Wintermeier (20).
Aus dem einfachen Berges (18) wird auf die gleiche Art der Bergmeier.
Aus dem Kataster von 1717 ergibt sich
außerdem, dass viele der dort genannten Hofbesitzer auf den Hof
eingeheiratet und den Namen des Hofes angenommen hatten. Man darf daher
auch nicht in jedem Falle, in dem sich über mehrere Jahrhunderte der
Familienname auf einem Hof erhalten hat, annehmen, dass die Höfe im
Mannesstamm immer in der gleichen Familie geblieben sind.
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