Luftaufnahme: 1958.

 

 

 

Fortsetzung:

 

Dass auch in dem Neubau nach dem Brande noch Ackerbau betrieben wurde, ergibt sich aus dem großen Tor auf der rechten Seite des Hauses. Bei dem späteren Ausbau entstanden auch hier Wohnräume. Der letzte Umbau erfolgte nachdem die Familie Witthaus im Jahre 1956 den Neubau in dem großen Garten gegenüber bezogen hatte. Er hat die Nummer Nagelbrinkstraße 4.

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte zu den vielen Mietern von 1823 auch der Grenzaufseher Seits, der zu dem Personal des Zollamtes gehörte. In VIotho gab es damals ein Zollamt 1. Klasse, dem 1826 16 Beamte angehörten. Erst als 1841 Lippe-Detmold dem Deutschen Zollvereine beitrat, fielen auch hier die Zollschranken, Seits wurde damals pensioniert, blieb aber im Hause Nr. 9 wohnen.

 

Den Neubau hat nach dem Brande der Fuhrmann Altehage ausgeführt. Er war sehr solide aus Ziegel- und Horststein gebaut 1921 kam das Haus in den Besitz des Eisenbahnbeamten Wilhelm Witthaus, dessen Frau Anne Bredenkamp den Besitz geerbt hatte.

 

Über das frühere Aussehen des Hauses geben die beiden Bilder Auskunft. Das eine stammt aus der Zeit vor 1928, als die Vlothoer ihr Wasser aus den 12 Pumpen holen mussten, die über das Gebiet der Altstadt verstreut aufgestellt waren. Sie wurden von Pumpengemeinschaften unterhalten. Hierzu gehörten in diesem Falle die Anwohner des oberen Ölbrinkes. Sie brachten genügend Gesellschaft. Diese benutzte allerdings an den Tagen, an denen man Fische kaufen konnte, die Mauer hinter der Pumpe als Küchentisch, um hier die Fische zu säubern. Die dabei anfallenden Schuppen zu beseitigen, überließen die Nachbarn allerdings den Bewohnern des Hauses Nr. 9. Der Brunnenschacht selbst ist, wie bei dem Abbruch festgestellt wurde, noch vorhanden.

Die Linde vor dem Hause steht natürlich auch nicht mehr. Sie dürfte so alt gewesen sein, wie das Haus selbst. 1972 wurde sie durch einen plötzlichen Wirbelwind umgeweht, fiel aber so glücklich, dass nur einige Dachziegel beschädigt wurden.

 

 

 

Dieses Bild entstand vor 1928.

Der Brunnen mit Pumpe vor dem Haus diente zur Wasserversorgung. Auf der Mauer dahinter wurden alltägliche Arbeiten verrichtet, so wurden auf ihr auch Fische gesäubert, die man zuvor in der Weser geangelt hatte.

 

   

Auf dem Foto:

Wilhelm Witthaus, dessen Frau Anne geb. Bredenkamp und andere Bewohner.

 

 

Bei einem heftigen Herbststurm, wohl 1972, fiel die alte Linde auf das Haus. Sie beschädigte glücklicherweise das Haus nicht, zerdepperte aber einige Dachziegel.

 

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Startzeit: 5 Sek. Länge: 1:04 Min. o. Ton