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Kuhls Mühle
Die letzte von sechs Mühlen in Vlotho wurde nur 150 Jahre alt
Am 12. Juli 1822 erhielt der Kaufmann Johann Georg Süllwald die Konzession zur Einrichtung einer Mahlmühle. Er kaufte 1823 das Wohnhaus mit Scheune und Garten für 800 Taler, baute das Wohnhaus neu auf und richtete in dem Anbau die Mühle ein. Für den Fuhrwerksverkehr musste er eine Brücke errichten, die zunächst aus Holz bestand. Sie wurde 1865 durch eine steinerne Brücke ersetzt, die 1877 von der Stadt übernommen wurde. Im Gegensatz zu den anderen Mühlen besaß Kuhls Mühle keinen besonderen Mühlgraben, sondern wurde durch das Wasser des angestauten Forellenbachs betrieben. Im Jahre 1841 verkaufte Süllwald, der die Plattenmühle übernommen hatte, die Mühle an Johann August Brennecke. Von 1856-1860 wohnte hier der Amtmann Müller, der dann in das Haus Mühlenstraße Nr. 12 übersiedelte. 1862 kaufte der Müller Conrad Kuhls aus Hillegossen die Mühle für 12.000 Taler. Seine Nachkommen übertrugen 1952 den Besitz an den Müllermeister Richard Klimpel. Da die Mühle der neuen Entlastungsstraße weichen muss, gab Klimpel vor einigen Monaten den Mühlenbetrieb auf. Das große Mühlrad hatte allerdings nur noch zeitweilig seinen Dienst versehen. Elektrische Motoren erwiesen sich doch als zuverlässiger als der Forellenbach mit seinem oft wechselnden Wasserstand. Die Mühle mit dem viel älteren früheren luth. Pfarrhaus und der nur vier Jahre jüngeren Schule bildeten im 19. Jahrhundert ein idyllisches Stück Alt Vlotho. Mit der früheren beschaulichen Ruhe war es allerdings vorbei, als von 1903-1962 die Herforder Kleinbahn unmittelbar an dem Hause vorbeiführte und 1904 das Spritzenhaus gegenüber erbaut wurde. Die Bewohner des alten Fachwerkhauses saßen noch bis zuletzt gerne in der kleinen Veranda vor dem Hause im Schutze der großen Linde.
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