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Die Lange Straße etwa zwischen 1910 und 1920
Auf der rechten Seite sehen wir das Haus Steinberg mit dem Ende des oberen Brinks. Im hinteren Teil des Anwesens Steinberg, damals Vlotho Nr. 151(heute Nr. 117), befand sich die ,Matzenbäckerei". Von hier aus wurden „Matzen", ein Gebäck für jüdische Festtage, in das gesamte Reichsgebiet verschickt. 1915 ging das Grundstück in den Besitz des Buchdruckermeisters Ernst Sitte über, der seine Druckerei vorher im Hause des Lohn-Fuhruntemehmers Eduard Sonntag, Nr. 238 (heute Klosterstraße Nr. 4), betrieben hatte. Neben dem Hause Steinberg betrieb Carl Nolting, Nr. 280 (heute Nr. 119), eine Gastwirtschaft. Im ersten Stock wohnte viele Jahre die Schneidermeisterin Johanne Reinert mit ihrer Schwester Henny. Sehr verändert hat sich das „Hotel Schmidt", Nr. 153 (heute Nr. 121). Die zunächst offene Galerie an der Langen Straße mit dahinter liegendem Kaffeegarten wurde zum „Wintergarten" umgebaut. Dessen Straßenseite zeigt das Bild. Es war ein aufwendig gestalteter Raum. Ältere Vlothoer erzählen, dass der „Wintergarten" nur reputierlichen Gästen vorbehalten war. In den Räumen über der Einfahrt befand sich das Büro des Kieswerks. In den dreißiger Jahren wurden von hier die Kiestransporte zu den Baustellen der Autobahn dirigiert und verrechnet.
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