Kriegerdenkmal

Mit auf dem Bild  U.Z. (heute U.W.) im Jahr 1953.

 

Kriegerdenkmal

Foto: 1950.

 

 

Geschichte des Kriegerdenkmals

 

Zu Ehren der in den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen Mitbürger der Stadt Vlotho war im Jahre 1896 ein Kriegerdenkmal errichtet und eingeweiht worden. Es erinnerte an den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, an den deutschen Krieg von 1866 (Preußen und Österreich) und an den Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871.

 

Man hatte dem Denkmal an der Langen Straße/Ecke Höltkebruchstraße einen Platz eingeräumt - „inmitten der Stadt, damit das Gedächtnis an die Kriegstoten", wie es hieß, „nicht so leicht verwischt wird". Der Grund und Boden, auf dem man die Erinnerungsstätte angelegt hatte, war der Stadt Vlotho von dem jüdischen Kaufmann A. Steinberg sen. geschenkt worden.

Der Denkmalsplatz war von einer steinernen Zinnen- und Türmchen-Ornamentik eingefasst, wie sie auch

Abbruch des Kriegerdenkmals, Oktober 1969.

heute noch besteht. Das Denkmal als solches, das man nicht selten als eine Miniatur-Nachbildung der Berliner Siegessäule empfand, war aus einer über drei Meter hohen Sandsteinsäule geformt, obenauf mit einer Nachbildung des Preußischen Adlers, jenem unverwechselbaren staatlichen Wahrzeichen. Etwas unterhalb war der Kopf des regierenden Königs Wilhelm I. als bronzenes Relief dargestellt. Die Säule ruhte auf einem quadratischen Sandsteinblock, der 1,20 Meter breit und 1,20 Meter hoch war. Auf diesem Sockel waren u. a. auf zwei Tafeln aus schwarzem Marmor eine Widmung für die Kriegsopfer. (Die beiden angebrachten Gedenktafeln befinden sich nun am Ehrenmal an der Burgstraße (siehe Bild unten)).

 

Im Oktober 1957 wurde das Kriegerdenkmal „zerlegt" und auf dem „Vogelbaum" an der Burgstraße am Fuße des dort 1954 entstandenen Ehrenmals für die Gefallenen beider Weltkriege wieder aufgebaut. Für diese Entscheidung war der Gedanke bestimmend, so die Opfer aller Kriege im 19. und 20. Jahrhundert symbolisch zu vereinigen. Nur wenige Jahre später, nämlich 1969, wurde das Kriegerdenkmal wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. Der dafür genannte Grund: Das Bauwerk hätte den Umzug nicht „vertragen", weil bei der Wiederaufrichtung die letzte Gründlichkeit versäumt worden sei.

 

Den Hintergrund (siehe Bild oben) des Kriegerdenkmal-Bereiches bildeten - so die Aufnahme aus dem Jahre 1897 - linksseitig das Fachwerkhaus Lange Straße 137, in dem der Fabrikant Ferdinand Schütte eine namhafte Waschmittelfabrik betrieb.

Im Fachwerkhaus auf der rechten Seite mit dem hohen Baum davor hatte Josef Berkenkopf eine Zigarrenkistenfabrik eingerichtet. Links davon schlossen sich an: sein Wohnhaus und die Wohnhäuser von Malermeister Ernst Iburg und Tischlermeister Wilhelm Pieper. Der zwischen den Häusern hervorlugende Giebel war Bestandteil des Fachwerkhauses, das von der Familie des späteren Kohlenhändlers Tölle bewohnt wurde.

 

 

 

Die beiden Tafeln des Kriegerdenkmals, die heute an der Burgstraße zu finden sind.

 

 

Gedenkstein, 1. und 2. Weltkrieg, an der Burgstraße.

 Für unsere gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges sind  nur noch die Jahreszahlen nachgetragen worden, etwas wenig.