Links, Haus-Drewel und rechts Haus-Böndel

 

 

Haus-Böndel, rechts daneben die Engel-Apotheke (heute, Altstadt-Apot.). Foto: 1977.

 

Haus-Böndel, Rückseite 1977.

 

Rückseite der Häuser Lange Straße Nr.128 bis Nr.122,

im Januar 1979. Links, Haus Böndel

Wie die Rückseite heute aussieht, ist im untersten Bild sichtbar.

 

 

 

Die Geschichte des Hauses Böndel Nr. 128, ab 1870

(erbaut um 1685)

 

Vom Rentner Otto Brandt hat der Kauf­mann Heinrich Böndel das Haus 1870 gekauft und am 22. 9. 1875 einen Bauantrag der Amtsverwaltung vorgelegt. Er wollte das alte Haus abbrechen lassen und einen Neubau errichten durch den Baumeister Hölscher aus Minden. Es sollte ebenfalls dreistöckig sein.

Der damaligen Zeit entsprechend wurde es in dem klassi­zistischen Stil erbaut, ähnlich dem gegenüber liegenden Haus Nr. 129, der früheren Klinik Blass, die leider durch einen Umbau ein nüchternes Aussehen erhalten hat. Es ist daher sehr bedauerlich, dass mit dem neuen Abbruch wiederum eins der wenigen Baudenkmäler aus jener Zeit verschwindet.

An den vorgelegten Bauplan hat man sich jedoch nicht gehalten. Es ist nämlich nur die vordere Hälfte des alten Hauses abgebrochen worden. Die hintere Hälfte, die noch die alte Fachwerkfront auswies, hat man stehen lassen, wie sich aus den abgesägten Längsbalken ergibt. Daraus ergab sich auch die eigenartige Dachform. Die vordere Hälfte des Daches war ganz niedrig, wie bei einem griechischen Tempel, die hintere Hälfte zeigte noch die hohe Form des Steildaches wie bei den Nachbarhäusern. Neu gebaut wurde also nur die Vorderhälfte in einer Breite von zwei Zimmern und  außerdem das ganze Treppenhaus.

Die Straßenfront wurde durch die Versetzung der Schaufenster zweimal verändert; zuerst im Jahre 1926 und dann wieder durch einen Umbau des Ladens von Herbert Süllwald im Jahre 1961. Umgebaut wurde auch der Keller, der statt der früheren Gewölbe gerade Decken erhielt.

Nach dem Tode von Heinrich Böndel wurde das Textilgeschäft von Karl Böndel weitergeführt und nach seinem Tode von der Witwe Elisabeth Böndel seit 1949. Später befand sich eine Spielwarenhandlung von Elisabeth Geier und Ludwig Kaßschack darin. 1958 erwarb Herbert Süllwald das Haus. Zeitweilig hatten in dem großen Haus acht Mietparteien gewohnt, denen ein einziges Plumpsklo zur Verfügung stand.

Zu dem Haus gehörte früher noch ein Hinterhaus, das fast so groß war wie das Vorderhaus. Es versperrte den ganzen Raum hinter dem Haus so sehr, dass man nur durch das Hinterhaus in den Garten gelangen konnte. In ihm befanden sich zur Zeit der Firma Brandt eine Kistenfabrik und ein Pferdestall. Eine Zeitlang wurde es auch als Wohnung benutzt. Es wurde 1958 abgebrochen und durch ein kleineres Wasch- und Gerätehaus ersetzt.

 

Januar 1979

 

 

 

 

Haus-Drewel heute

 

 

Wo damals das Böndel-Haus stand, ist nun die Zufahrt zum Ölmühlenparkplatz

 

 

Der Ölmühlenparkplatz