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Fortsetzung:
Was hatte es damit für eine
Bewandtnis?
Die quirlige Oma Pein (*
27.11.1871 † 5.12.1964) war immer zu haben, wenn es um die
Kapelle der Freiw. Feuerwehr Vlotho ging, in der ihr Mann Rudolf
das Tenorhorn blies. Sie mischte sich bei Konzertveranstaltungen
unter die Kassierer und sammelte darüber hinaus bei guten
Bekannten auch manche Mark, falls die Kasse der Feuerwehrkapelle
„Ebbe" anzeigte. Wenn ihr Mann mal nicht willens war, eine
Übungsstunde der Kapelle wahrzunehmen, weil ihn die Arbeit wohl
über Gebühr geschlaucht hatte, dann trieb sie ihn förmlich an.
Das führte aber in keiner Weise zu Misshelligkeiten. |
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Die seelisch und geistig
ausgeglichenen Eheleute Pein waren sich viel zu sehr zugetan
dank ihrer fröhlichen Gutmütigkeit, die sie immer wieder auf
einen liebevollen Nenner brachte. Zu den genussreichen Stunden
ihres Daseins gehörte für Oma Pein auch das alljährlich
wiederkehrende Stiftungsfest der Feuerwehr. Dann räumte man ihr,
eben der Kapellenmutter, das Vorrecht ein, mit einem Ehrentanz
und einem Tänzer ihrer Wahl das Vergnügen zu eröffnen.
Von ihrem Wohnzimmerfenster aus
lächelte sie manchem Vorübergehenden zu oder begrüßte ihn mit
einem aufmunternden Wort. Sie starb im
hohen Alter von 93 Jahren, mitten im vollen Leben. Ihr
Mann war ihr 20 Jahre im Tode
vorausgegangen. |
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Sein Wohn- und
Arbeitszimmer war so beklemmend niedrig, dass er sich darin nur
in gebückter Haltung bewegen konnte. Allerdings brauchte er aus
finanziellen Gründen nicht mehr zu arbeiten. Andererseits fiel es ihm jedoch schwer, nein zu
sagen, wenn man ihn bedrängend bat, wertvolle, nicht mehr
käufliche Taschenuhren wieder zum Ticken und dessen Läutewerk
zum Klingen zu bringen. Mit traumwandlerischer Sicherheit saß
bei ihm jeder reparaturbedingte Handgriff. Wenn er wegen des
chronischen Durcheinanders auf dem Arbeitstisch nach einem
Teilchen kramte, dann sagte er witzigerweise: „Wo bist du denn,
mein Liebchen?" Fragte man ihn: „Herr Dahms, was war denn mit
der Uhr?", dann antwortete er etwas linkisch-unpassend: „Was der
Mensch baut, das zerstört er auch wieder!" Gern sprach er von
seiner zweiten Heimat, und das war halt Berlin: „Ja, das waren
noch Zeiten, als die von Pferden gezogene Straßenbahn auf dem
Kurfürstendamm verkehrte und ein pickelhauben-bewehrter Gendarm
ihr gutmütig den Schienenweg durch die Menschenhaufen bahnte!"
Einmal in der Woche schob Dahms
Nante auf Lüers Kegelbahn in der Weserstraße im „Club der
Sechszehner" begeistert die Kugel. Dem Kegelclub durften
grundsätzlich nur 16 Männer angehören, die sich freundlich
verbunden fühlten oder mindestens gut kannten. Diese Kegelbrüder
waren überhaupt ein kegelsportliches Völkchen besonderer Art.
Sie trugen einen Fes, also eine rotwollene zylindrische Mütze
mit Troddel, normalerweise die nationale Kopfbedeckung in der
älteren Türkei. Wer vermag es zu sagen, warum es gerade ein
orientalischer Kopfschmuck sein musste?
Dahms Nante starb im Alter von 85
Jahren.
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