Für dieses denkmalgeschützte Gebäude an der Langen Straße 63 setzt sich Dr. Ulrich Malz in seinem Beitrag auf dieser Seite ein: Zusammen mit dem Haus Nr. 67 (rechts) bildet es ein Ensemble und einen Blickfang im Rathausbezirk.

 

 

 

Fortsetzung:

 

Den Verantwortlichen der Stadt Vlotho ist das Problem durchaus bekannt. Immerhin handelt es sich um ein Haus, welches unter Denkmalschutz steht. Bewohnt wird es vom Inhaber. »Und alle bisher geführten Gespräche haben zu keinem Ergebnis geführt«, erklärt Technischer Dezernent Klaus Stöcker. So habe die Verwaltung mit dem Besitzer zwecks Bauberatung Kontakt aufgenommen und ihm auch Fördermöglichkeiten aufgezeigt.

 

Dr. Ulrich Malz kennt die schwierige Ausgangslage, doch will er sich mit dem Status quo nicht abfinden. Er verweist auf den hervorragenden Standort im Eingangsbereich zur Innenstadt. Gemeinsam mit dem modernisierten Haus Nr. 67 (Elsmannsche Haus - siehe Foto o.r.) und den »Ratsstuben« könnte es ein ansprechendes Ensemble bilden, so die Vision des Heimatfreundes. Der gesamte Rathausbezirk würde aufgewertet. Dr. Malz wird sehr deutlich: »Es wäre eine Sünde gegen das Stadtbild Vlothos, wollte man nicht die Gelegenheit nutzen, diesen

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Dr. U. Malz

Eingangsbereich zum Stadtkern herauszustreichen.«

Das Fachwerkhaus, etwa ein Meter über dem Erdboden auf einem Bruchsteinsockel errichtet, stammt aus dem Jahr 1671. Bereits die Giebelfront macht Eindruck, doch weist der Experte auf weitere Besonderheiten hin – so unter anderem auf die Inschriften. Ganz oben ist zu lesen: »Gott allein die Ehre.« Über dem Erdgeschoss wiederum steht geschrieben: »Der Engel des Herrn lagert sich darumb die Herr so ihn fürchten und hilft ihnen aus.«

Viele Passanten werden die verschiedenen Inschriften beim täglichen Vorbeigehen kaum wahrnehmen. Doch der historische Blick, über den Dr. Malz verfügt, ist für jedes Detail geschärft. Ein ganz besonderes Augenmerk richtet er auf die Füllbohlen. Auf ihnen werden zwei Schlangen gezeigt, die mit einem Ring aneinander gefesselt sind. Auf der rechten Bohle ist eine Weinranke mit Weinlaub und Trauben dargestellt. Es geht um Sünde, um Fesseln, um den Weinberg Gottes. Der Vlothoer: »In der ganzen Stadt Vlotho finden wir an keinem Hause mehr eine derartige aussagekräftige Darstellung, ja nicht einmal mehr verzierte Füllbohlen.«

Dr. Malz geht es um den Erhalt der pittoresken Fassade. Das äußere Bild des Hauses müsse positiv hergestellt werden, im Innern könne es entkernt und modernen Ansprüchen angepasst werden.

Obwohl er weiß, dass das Geld knapp ist, hofft er - auch unter Hinweis auf den Fremdenverkehr - auf ein Engagement der Stadt. Wegen möglicher Zuschüsse könne sie sich an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wenden.

 

 

 

 

Zwei Schlangen, die gefesselt sind: Es geht um Sünde und Erlösung. An keinem Haus in Vlotho gebe es eine derart aussagekräftige Darstellung,  sagt Dr. Ulrich Malz. Die Inschrift übersetzt er sinngemäß mit: » Der Engel des Herrn lagert sich um die, die den Herrn fürchten, und hilft ihnen. «