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Gastwirtschaft "Westfälischer Hof" Lange Straße Nr. 8a - Bliekenend um 1920.
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Damals, eine Geschichte vom "Westfälischen Hof" aus den 1920er Jahren.
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Im Bliekenend, daran erinnern sich sicherlich alle älteren Vlothoer, war immer was los. In der Nähe des Güterbahnhofs, an der Langen Straße Nr. 8a, stand einst die Gastwirtschaft ,,Westfälischer Hof“, in der regelmäßig die Fuhrleute einkehrten. Sie transportierten Eisen, Lumpen, Kohlen, Holz, Getränke und vieles mehr, meist im Pendelverkehr zwischen Bad Oeynhausen und Vlotho. Eine, die das lustige Zecherleben der Fuhrleute aus nächster Nähe miterlebte, war Mia Wiele. Ihre Eltern hatten von 1918 bis 1928 den Westfälischen Hof gepachtet.
Ich erinnere mich noch gut an die Abende, an denen die Fuhrleute in der Gaststube zusammen saßen und bei Bier und Klarem ausheckten, was sie anstellen könnten, erzählt Mia Wiele. Dabei kamen dann nicht selten die tollsten Sachen heraus. So kam es vor, dass einer der Männer sein Pferd in den Gasthof holte und ihm eine große Schüssel mit Tröppelbier vorsetzte. Und dann warteten alle gespannt darauf, wann der Gaul zu torkeln beginnen würde. Für die Fuhrleute war das eine Mords-Gaudi. sagt Mia Wiele. Aber die Pferde blieben immer so nüchtern, dass sie, wenn die Kutscher ordentlich angetrunken waren und keine Lust mehr hatten, nach Hause zu gehen, allein auf den Weg in ihren Stall geschickt wurden. Sie kannten den Weg genau und kamen auch immer an. Im hinteren Teil des Westfälischen Hofs gab es ein Clubzimmer, in ihm trafen sich einmal in der Woche die Mitglieder des Mandolinenvereins „Schwalbe" zum Musizieren. Besonders lustig ging es sonnabends in dem Gasthof zu, dann kamen die Nachbarn aus dem Bliekenend und manchmal die Fuhrleute mit ihren Frauen zum Tanz erinnert sich die alte Dame. Zur Musik aus dem Grammophon wurde in den Sonntag geschwoft. „Es war eine schöne Zeit damals" erzählt Mia Wiele. Die Leute mussten hart arbeiten, aber sie hatten viel Sinn für Humor und Gemütlichkeit.
heute, Vlothoer Anzeiger
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