"Drei Häuser Brink"

 

Diesen „Brink" am Fuße des Obergs zierten drei reizvolle Fachwerkhäuser mit den Eigentümern bzw. Mietern Heinrich Mowe/Weinhorst, Lange Straße Nr. 4, Kirschner/Weinhorst, Lange Straße Nr. 5 und Sprang/Krüger, Lange Straße Nr. 6. Heinrich Mowe, der sich zwar hauptberuflich als Zigarrenmacher betätigte, ging nebenher noch einer Beschäftigung als Aushilfskellner nach. Hauptsächlich war er den Gästen in den Sälen des „Hotels Delkeskamp" (später Hotel Lütke) als stadtbekannter und freundlicher Mann zu Diensten. Übrigens sein  Sohn Wilhelm, um den Bekanntheitsgrad der Familie noch zu unterstreichen, war nach dem II. Weltkrieg mal Ratsmitglied in Vlotho.

 

Die drei Häuser auf dem „Bliekenend-Brink" sind anno 1755 erbaut worden. In späteren Jahren wurde der Hügel mittels einer breiten und wuchtigen Mauer aus Bruchsteinen abgestützt, um einer Einsturzgefahr vorzubeugen. Diese Vorsichtsmaßnahme war Voraussetzung für die Verwirklichung des Planes, den Weg nach Rehme 1912 zu „chaussieren" und dabei die Trasse unmittelbar an den Häusern entlang zu führen. Der Weg, der bis dahin fast am Weserufer verlief, war „über alle Beschreibung schlecht und mit Grund weit und breit verrufen". So wurde er amtlicherseits beurteilt.

Die drei Häuser auf dem dritten „Brink" wurden bei einem Luftangriff am 14. März 1945 weitgehend beschädigt und bald darauf auf Veranlassung der Stadtverwaltung abgerissen. Zurück blieb eine kraterähnliche Lücke (siehe Foto unten). Der Luftangriff galt einigen mit

 

Haus Mowe Nr. 4 auf dem Brink.

V-Waffen befrachteten Eisenbahnwaggons, die auf den Gleisen beim Stellwerk abgestellt waren. Die Waggons und ihre gefährliche Fracht konnten aber noch rechtzeitig in der „Kuhkampmulde" zwischen den beiden Bahnübergängen in Sicherheit gebracht werden. An diesem 14. März wurde auch das Haus von Hermann Kordes (Lange Straße Nr. 1) vernichtend getroffen.

 

 

Die drei Fachwerkhäuser Nr. 4, 5, und 6 auf dem dritten „Brink" wurden bei einem Luftangriff am 14. März 1945 weitgehend beschädigt und bald darauf auf Veranlassung der Stadtverwaltung abgerissen. So entstand eine klaffende Lücke in der Häuserzeile der Langen Straße.