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MEINEN FEINDEN. SPES MEA EST
CHRISTUS."
Unterer Balken: „IM GLÜCK ERHEBE SICH
KEIN MANDT. ES WENDT SICH OFT, HAT KEIN BESTANDT. EIN RECHTER CHRIST
FASST KEI UNMUTH. WEN SICHS GELÜCK FURKEHREN THUT. DEN GOTT IST NUR
ALLEIN DER MAN, DERS GLÜCK GEBEN UND NEHMEN KANN."
Über den Erbauer ist leider nichts
bekannt. Durch einen späteren Umbau ist der ursprünglich größere
Haupteingang mit der dort angebrachten Inschrift verschwunden. Die
Annahme, dass der Rentmeister von Briel der Erbauer gewesen sei, trifft
nicht zu. Der überlieferte Name „Brillsches Haus" bezieht sich auf einen
späteren Besitzer.
Da die Hypothekenbücher aus dem 18.
Jahrhundert nicht mehr vorhanden sind, wissen wir auch nur wenig über
die ersten Besitzer des Hauses. Aus einem Auszug in den Grundakten des
Amtsgerichts ergibt sich allerdings, dass das Haus, das vor Einführung
der Straßennamen die Nummer 99 hatte, um 1700 die Nummer 88 besaß. Wenn
diese Nummer der Katasternummer von 1685 entspricht, gehörte damals das
Haus der Witwe von Jost Fischer. Ein Einwohnerverzeichnis von 1740 nennt
als Besitzer Wilhelm Schweppe. Später gehörte es dem Tischler Karl
Kuhlmann; nach seinem frühen Tode heiratete die Witwe den Tischler
Johann David Brill. Über die späteren Besitzer gibt das 1816
eingerichtete Grundbuch genauere Auskunft. Es waren ein Jahrhundert
lang Apotheker, so dass die weitere Geschichte des Hauses zugleich
einen Beitrag zur Geschichte der ältesten Vlothoer Apotheke darstellt.
Der bedeutendste von ihnen war der
Apotheker Dr. Carl Doench aus Erder, der am 15. November 1798 das Haus
für 1900 Reichtaler vom Tischler Brill kaufte. Zugleich erwarb er das am
17. September 1751 ausgestellte und von Friedrich dem Großen
unterschriebene Apothekenprivileg für 4500 Reichstaler nebst einigen
pharmazeutischen Apparaten von dem bisherigen Apotheker und
Postkommissar Friedrich August Schmidt, dem damals das Haus Nr. 65
(Ratsstuben) gehörte.
Bevor Doench in dem Hause, das damals
sehr baufällig war, seine Apotheke eröffnete, ließ er es für 1390
Reichstaler umbauen. Bei diesem Umbau wurde auch die große Eingangstür
zur Diele durch die heutige kleine ersetzt und das Zimmer darüber im
ersten Stock gebaut. Der früher viel breitere, auch für Wagen benutzbare
„Brink" mit seiner Treppe, die unmittelbar von der Straße zum Eingang
führte, wurde erst 1938 schmaler gemacht. Damals wurden auch die
Bäume vor dem Hause angepflanzt, während die Steinbank schon aus der
Zeit von Dr. Doench stammt.
Bei der Versteigerung der Grabsteine des
1819 aufgehobenen Friedhofes an der Stephanskirche hatte Doench den
Grabstein des ersten Apothekers von Vlotho erworben und zur Türschwelle
verwandt. Die inzwischen längst abgetretene Inschrift ergab, dass
Meinhard Edwin Schröder von 1660 bis 1708 gelebt hatte. Er stammte aus
Verden und war zweimal verheiratet. Unter dem Stein hatte Doench eine
Kupferplatte mit der Inschrift anbringen lassen: Carl Doench,
fünfter Apotheker in Vlotho.
Nach seinem Tode am 7. Mai 1848 erbte
sein Sohn Harry die Apotheke, der sie am 13. Dezember 1878 an den
Apotheker Heinrich Nagel aus Hessisch-Oldendorf für insgesamt 75.000
Mark verkaufte. Der Wert des Hauses mit Garten wurde auf 18000 Mark
angesetzt, während für die Apothekeneinrichtung 7.500 Mark und für die
Konzession 49.500 Mark berechnet wurden.
Schon nach drei Jahren, am 7. November
1881, gab Nagel, der nach Rinteln zog, die Apotheke an Ewald Frede aus
Elsey bei Hohenlimburg weiter, der allerdings für die Konzession jetzt
61.500 Mark bezahlen musste.
Ein erneuter Wechsel trat am 17. April
1890 ein. Dr. Anton Steiner aus Bocholt erwarb Haus und Apotheke für
115.000 Mark. Während der Hauspreis immer noch mit 18.000 Mark
unverändert blieb, kostete die Einrichtung nunmehr 9.000 Mark und die
Konzession 88.000 Mark.
Letzter Apotheker in dem Haus wurde schon
nach weiteren drei Jahren Adolf Walter sen., der im Jahre 1907 im Garten
nebenan die heutige Apotheke erbaute und am 8. Mai 1908 das alte Haus an
den Rechtsanwalt Erich Adriani verkaufte. Seinem Sohn und Nachfolger Dr.
Hans Adriani gebührt der Dank aller Vlothoer Heimatfreunde, dass er dem
Hause sein ursprüngliches Aussehen wiedergegeben hat.
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