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Beschreibung und
Übersicht der Vlothoer Zuckerfabriken
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Brandt
Die erste Vlothoer Zuckerfabrik wurde
1825 von den Gebr. Justus und Georg Brandt auf einem Gelände an der
Weserstraße, in der Nähe der späteren Brauerei Volbracht erbaut. Sie
wurde 1843 auf die Herrenwiese verlegt (wo heute die Bürgerschule I
steht) und gleich als Dampfzuckerfabrik gebaut. In der Zuckerfabrik
Brandt Söhne waren 1362 66 Arbeiter tätig. 1865 kam es zu einem
Konkurs. Zu der am 16. 6. 1865 angesetzten Zwangsversteigerung kamen
nicht nur auswärtige Bieter, sondern als Zuschauer auch viele Arbeiter
und Angestellte. Diese Zuschauer griffen schließlich den jüdischen
Unternehmer Goldmann aus Berlin so stark an, dass dieser fluchtartig das
Feld räumte. So konnte |
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Brandt sein
Ziel erreichen, und die Zuckerfabrik für sich retten. Fünf Jahre später, als die Gebr. Brandt wiederum
Konkurs anmelden mussten, erreichte Goldmann doch sein Ziel und übernahm
die Zuckerfabrik, die aber schon 1872 ihren Betrieb einstellte. 1879
wurde dieser Betrieb von der Destillation Carl Lindemann übernommen. Am
2. Dezember 1899 brach ein Brand aus, der den größten Teil der Fabrik
vernichtete. Ein Anbau und der Schornstein brannten nicht ab, hier
setzte Lindemann seine Destillation fort. |
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Mühlenfeld / Wüstenfeld
Die Zuckerfabrik, der Gebr. Mühlenfeld
wurde 1826 in Betrieb genommen. Der Standort war in der Nähe der
Grabenstraße bzw. an der heutigen Langen Straße Nr. 52. Im Jahre 1834 erwarb Christian
Wüstenfeld aus Hannoversch Münden die Fabrik. Er baute 1842 den ersten
Dampfkessel, bezogen von der Firma Henschel in Kassel, ein und wandelte
so die Fabrik in eine Zuckerdampfsiederei um. Der hohe, schlanke
Schornstein überragt auf alten Stichen von Vlotho aus der Zeit von 1850
die benachbarten Häuser. Damals waren 10 Arbeiter in der |
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Fabrik
tätig. Nach der Erbteilung
im Jahre 1869 hatten Christian und Karl Wüstenfeld die Leitung
übernommen. 1875 wurde Christian Alleininhaber. Aber schon im nächsten
Jahr wurde auch er ein Opfer der damaligen großen Wirtschaftskrise und
musste Konkurs anmelden. Die Osnabrücker Bank übernahm den Betrieb und
verkaufte ihn1876 an die neu gegründete Firma „Christian Ohle und
August Tintelnot" |
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Tintelnot
/ Ohle
Aus der Konkursmasse von Christian
Wüstenfeld erwarben „Christian Ohle und August Tintelnot“ 1876 die
Zuckerfabrik an der Langen Straße 52. Fünf Jahre später schied
Christian Ohle aus. Nun wurde diese Fabrik von Leopold, Julius und
August Tintelnot unter der Firma „Gebr. Tintelnot“ weitergeführt. 1887
waren dort 31 Männer und 3 Frauen tätig, die im Jahr 850 t Rohzucker,
der per Schiff von Bremen kam, verarbeiteten. Da die beengte Lage in der
Vlothoer Innenstadt keine Erweiterung gestattete, wurde die Fabrik 1903
in den Neubau an der Rehmer Straße (heute Weserstraße 7) verlegt.
Es wurden Buntkandis und als
Nebenprodukte Farin für die Dauerbackwarenhersteller (Nürnberger
Lebkuchen, Aachener Printen) |
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und Sirupe u.a. für die Pfeifentabak- und
Zigarettenindustrie hergestellt. Es bestand eine Vertriebskooperation
mit der Zuckerfabrik Pfeifer & Langen in Köln, die auch Kandis, aber nur
weißen herstellte. Diese Firma übernahm 1968 die Produktion und verlegte
sie in ihr Werk nach Euskirchen.
Die Produktion in Vlotho wurde
aufgegeben. |
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Ohle
1883
gründete Ohle mit Bollmann und Cathinka Ohle geb. Bonnemeyer eine
weitere Kandiszuckerfabrik auf dem Gelände des Fährhofes, die 1902 als
offene Handelsgesellschaft von dem Kaufmann Wilhelm Ohle und dem
Ziegelei- und Steinbruchbesitzer Karl Bonnemeyer übernommen wurde. 1970
waren in der Zuckerfabrik etwa 60 Arbeiter beschäftigt. Als 1971 die
Kandiszuckerproduktion eingestellt wurde, erfolgte die Umstellung des
Betriebes auf die Produktion von Kunststeinen. Die Arbeiter wurden
weitgehend in diese Fertigung übernommen. Die Kunststeinfertigung wurde
1982 in das Industriegebiet |
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Hollwiesen verlegt, wo eine
neue Produktionshalle erbaut wurde. Neue Firmenbezeichnung ist seitdem "Obolith
O&B". |
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