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Dieses Werbeplakat zeigt die Brauerei Volbracht im Jahr 1881. Die Ansicht des Gebäudes hat sich bis 1958 nur wenig verändert.
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Fortsetzung:
Die Brauerei an der Weserstraße 1854 richteten die Brüder Brandt in ihrer alten Zuckerfabrik an der Weserstraße eine weitere Brauerei ein. Die Familie Brandt beherrschte damals mit verschiedenen Unternehmungen - die außer einer Zuckerfabrik, mehreren Ölmühlen, einem Kalkofen und der Zementfabrik, auch Großhandel und Spedition umfassten - das wirtschaftliche Leben Vlothos. Die Brandts hatten 1824 die Gebäude der ehemaligen Zichorienfabrik erworben und bauten darin die Zuckerfabrik aus, die später an die Herforder Straße verlegt wurde. In dem frei gewordenen Gebäude wurde 1854 der Braubetrieb Otto Heinrich Söhne eingerichtet. Durch Urkunde der Königl. Regierung in Minden vom 1. November 1854 wurde die landespolizeiliche Genehmigung zum Betriebe der Brauerei erteilt, wobei nicht vergessen wurde, darauf hinzuweisen, dass auch „die Zahlung der Gewerbesteuer zu beachten" sei.
Der Amtmann als Fürsprecher guten Bieres Die Brandt'sche Brauerei wurde für den Amtmann recht bald Anlass zu einem „Zeitungsbericht" an den Landrat. Er schrieb, die neue Bierbrauerei in Vlotho gewänne durch drei, ihrer Art und Bedeutung nach „fabrikartig betriebene Etablissements" immer stärkere Bedeutung. ,,Ein Umstand, den wir freudig zu begrüßen alle Ursache haben. Daher muß von uns als ausreichendes Motiv erachtet werden, hier den Wunsch zu äußern, daß staatsseitig der immer größeren Ausdehnung dieser Industrie im wohlverstandenen Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt aller mögliche Vorschub geleistet werden möge." Das wiederholte der Herr Amtmann im Bericht des Jahres 1858, in dem es heißt, dass von Industriellen Vlothos bedeutende Kapitalien zur Anlage großartiger Brauereien verwandt wurden, die „anerkannt vortreffliche Fabrikate liefern". Die warme Fürsprache lässt darauf schließen, dass der einflussreiche Herr kein Kostverächter und eifrig darauf bedacht war, die Güte des heimischen Bieres ständig zu erproben. Unter jenen „großartigen Brauereien" darf man sich keine Anlagen im heutigen Sinne vorstellen, denn damals beschäftigten alle drei Brauereien zusammen nur zehn Arbeiter. Zwei von Ihnen stellten im Laufe der nächsten Jahrzehnte den Betrieb ein, da sie dem Wettbewerb mit der Brandt'schen Brauerei auf die Dauer nicht gewachsen waren.
Gutes Bier findet gute Kunden Am 7. Oktober 1871 wurde die Brandt'sche Brauerei von den Kaufleuten Robert Volbracht und Johann Veen übernommen. Da der zweite Teilhaber bereits nach einigen Jahren ausschied, führte Robert Volbracht bis zum Jahre 1907 die Brauerei allein. In diesem Jahre übernahmen seine Söhne Robert und Gustav den väterlichen Betrieb unter dem neuen Firmennamen „Brauerei Volbracht". Nach dem 1870er Kriege nahm die Brauerei einen kräftigen Aufschwung; doch ein schweres Schadenfeuer vernichtete die Gebäude im Juni 1872 mitsamt der Einrichtung. Nach diesem Rückschlag ging es von Neuem bergauf; der Bierausstoß verzehnfachte sich in wenigen Jahren und auch dieses Ergebnis konnte später noch verdoppelt werden.
Kühleis aus Norwegen Den Bedarf an Eis deckte die Brauerei damals aus dem natürlichen Eis, das üblicherweise im Winter ,,geerntet“ wurde. Der Winter 1883/84 war so mild, dass es kaum Frosttage gab und so blieb der Brauerei nichts anderes übrig, als das für den Sommer notwendige Eis aus Norwegen kommen zu lassen. Es wurde in Brake an der Unterweser in die flacheren Weserschiffe umgeladen und nach Vlotho verschifft. Dieses norwegische Eis, das einen Weg von rund 1500 km zurücklegen musste, kostete beinahe das Fünfzehnfache des sonst üblichen deutschen Eises. Zuletzt wurde der Eisbedarf durch Kühlmaschinen modernster Art im eigenen Betriebe hergestellt.
Gutes Bier wird es in Vlotho immer geben Die Brauerei Volbracht konnte in den letzten Jahrzehnten ihres Bestehen den Absatz immer wieder ausbauen. In der Umgebung wurden eigene Niederlagen eingerichtet, um jederzeit die zufriedenstellende Belieferung mit Fass- und Flaschenbieren zu gewährleisten. So wurden außer den Vlothoer Wirten auch Gaststätten in weiter entfernten Orten (u.a. Bückeburg, Rinteln) beliefert. Das Bier wurde hauptsächlich in Holzfässern abgefüllt. Zum Transport wurden Pferdewagen, später auch LKWs, eingesetzt. Gustav Volbracht ist mit Vollendung seines 85. Lebensjahres in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Im Zusammenhang damit ging die Geschäftsführung der Brauerei auf Dr. Hans Volbracht über, bei gleichzeitiger Beteiligung des Fabrikanten Günther Tintelnot. Im Jahr 1954 übernahm die Brauerei Weissenburg (Unna) den Betrieb und stellte den Braubetrieb ein. Der Name Vollbracht war ab 1958 nur noch Geschichte. 1962 wurden die meisten Gebäude abgebrochen um die Weserstraße in diesem Bereich zu verbreitern. Nach etwa dreizig Jahren (September 1987) gab Weissenburg die Niederlassung an der Weserstraße wieder auf.
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Brauerei Volbracht. Foto: 1928.
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Gastwirt Wilhelm Büsching, vor dem LKW der Brauerei Volbracht. Am Steuer, Heinrich Wehage. Foto: um 1935.
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Bierflaschen mit Verschluss 0,5 L. Sammlung: Markus Krieger.
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Bierdeckel von der Brauerei Volbracht. Sammlung: Markus Krieger.
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Brauerei Volbracht um 1945. Gesehen aus Richtung Kalldorf. |
Original-Bierglas von der Brauerei Volbracht. Sammlung: Markus Krieger.
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