"Stahlbad Rahlbruch" um 1932.

 

 

 

Fortsetzung:

 

1874 betrug die Zahl der Benutzer des Bades, das Wansing inzwischen der katholischen Kirchengemeinde überlassen hatte, rund 1.000. An der Jahrhundertwende wurde der Badebetrieb - aus welchem Grund auch - in die Pfarrscheune verlegt. Sie musste aber 1913 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Im Anschluss daran wurde ein Badehaus-Neubau getätigt, der mit sechs Zellen bzw. Wannen ausgestattet war. Dort verabreichte man im Jahre 1922 über 2.000 Bäder. 1924 wurde das „Stahlbad" der Stadt Vlotho auf dem Pachtweg überlassen, da die Kirchengemeinde die Kosten für anstehende Erweiterungs- und Erneuerungsarbeiten nicht aufzubringen vermochte. Der Aufwand hatte sich in allem gelohnt. Im Jahre 1927 war die Zahl der verabreichten Bäder auf  7.100 gestiegen. Infolge der durch den II. Weltkrieg ausgelösten Wirtschaftskrise ging die Besucherzahl auf die Hälfte zurück. Schließlich musste der Badebetrieb wohl oder übel eingestellt werden, da die Quelle versiegt war.

 

Nach dem Krieg nahm man das Badehaus wieder in Betrieb, allerdings unter einer anderen Voraussetzung als bisher. Man ließ sich nämlich davon leiten, es für die Abgabe von Reinigungsbädern zu nutzen. Das erforderliche Wasser sprudelte in jeder gewünschten Menge aus der städtischen Wasserleitung. Der Erfolg blieb nicht aus. Für derlei Bäder wurde im ersten Viertel des Jahres 1948 die Zahl von 3.360 notiert. Der verhältnismäßig hohe Bedarf war vor allem dadurch bedingt, dass in vielen Häusern, insbesondere in den Notunterkünften für die Heimatvertriebenen, noch keine Heimbäder vorhanden waren. Da die Stadt von ihrem Vertrag mit der Kirchengemeinde zurücktrat, pachtete 1950 Kurt Hegerding das Bad. Aber schon nach wenigen Jahren gab er es auf. Aus dem Badehaus wurde ein Jugendheim. Es wurde nur bis 1959 aufrechterhalten und dann durch Abbruch beseitigt.

Heute (2010) befindet sich an dieser Stelle (Herforder Straße Nr. 36 b) das Fitnessstudio Body Fit Budo Sports.