Mit den abgebildeten Häusern (1915) hatte es folgende Bewandtnis: Das erste (11) linksseitig abgebildete Haus bewohnte der Fabrikant Westhoff. Er unterhielt an der Straße zum Schelland eine beachtenswerte Zigarrenfabrik.

 

 Im nächsten (9) nachbarlichen Haus lebte die Familie des Postobersekretärs Dustmann. Sein Sohn Rudolf, der sich zunächst in Vlotho als Architekt niederließ und hernach nach Minden übersiedelte, veranlasste, dass das Haus in seinen Ausmaßen erweitert und mit einem voll ausgebauten Obergeschoß versehen wurde. (Derzeitiger Eigentümer: Kinderarzt Dr. Grabbe).

 

Das dritte (7)  Haus in der Reihe diente dem Zigarrenfabrikanten Wehrmann für Wohn- und Fabrikationszwecke. (Später Niebuhr Näherei). Ein respektables Haus, wie es sich wohl zu erkennen gibt. Es wurde jedoch kurzerhand abgerissen, als man keine andere Möglichkeit wähnte, den gewonnenen Grund und Boden als neue Zufahrt für den Höltkebruchbereich zu verwenden.

 

 Im nächsten (5), rechts außen gelegenen Haus eröffnete Frau Klages nach dem Ersten Weltkrieg ein Schreibwaren- und Schulartikelgeschäft und anschließend, in einem Nebenraum, ihre Tochter Klärchen ein Wollwaren- und Handarbeitsgeschäft. Beide Läden verfügten über je ein Schaufenster und je einen Eingang. (Spätere Hauseigentümer: Zahnarzt Prasse und Dr. med. Scheidewig.

 

 

 

 

 

Stichwort Friedrich Niebuhr

Friedrich Niebuhr wurde am 18. Oktober 1893 an der Herforder Straße geboren. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf des Schneiders. 1923 eröffnete er in seinem Geburtshaus an der Herforder Straße eine Kleiderfabrik, die später an die Höltkebruchstraße verlegt wurde. Aus der 1920 geschlossenen Ehe gingen zwei Söhne hervor.

Seit 1920 gehörte er dem Gesangverein „Liedertafel Germania" an und hatte elf Jahre lang das Amt des Vorsitzenden inne.

 

 

Haus Niebuhr an der Herforder Straße Nr. 7.  Rechts ist noch die angrenzende Näherei sichtbar. Foto: 1973.

 

 

In dieser Zufahrt zur Höltkebruchstraße stand das Haus Niebuhr mit Näherei.