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Alte Schule. Foto: Januar 1973
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Alte Schule. Foto: 2009 (Schulgarten)
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Neue Schule. Foto: 2009 (Buhnstraße 60)
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Die Geschichte der Ufflener Schulen bis 1964 und wie es damals so in der Schule herging
Das erste Schulgebäude, in dem etwa 30 Kinder unterrichtet wurden, stand in dem von der Mindener Straße und dem Weg „Zu den Höfen" gebildeten Dreieck auf dem heutigen Anwesen des Landwirts Meier (Eggeling). Von dem kleinen Haus, das bald nach 1800 erbaut wurde und als eines der ältesten Häuser die Nummer 26 trug, ist nichts mehr vorhanden; nur der Name „Schulbrink" erinnert noch daran. Rund 50 Jahre später musste es erweitert werden, da die Zahl der Schulkinder inzwischen beträchtlich angestiegen war. Nur wenige Jahre dauerte es, da zeigte sich erneut, dass man nicht nur für die Zukunft geplant hatte. Bereits um 1880 wuchs die Zahl der Schulkinder auf über 180 an, die von nur einem Lehrer sozusagen in einer Vormittags- und einer Nachmittagsschicht unterrichtet werden mussten. Da der Schulraum normalerweise nur 70 Kindern Platz bot, mussten die anderen - so schildert der damalige Chronist die räumliche Enge - „beim Schreiben wie die Kinder Israels in der Wüste die Fensterbänke, das Podium und den Fußboden als Schreibunterlage benutzen". Dieser trostlose Zustand bestimmte schließlich die Königliche Regierung in Minden, die zweite Lehrerstelle zu genehmigen, die von ihr bis dahin stets unter Berufung auf die Verschuldung der Gemeinde verweigert worden war. Mit der Bewilligung der Lehrerstelle ergab sich die Frage, wie und wo das erforderliche Klassenzimmer zu bauen sei. Zugleich äußerten die Bewohner des Buhn den Wunsch nach einer eigenen Schule, während der Schulvorstand - Kolon Meierbröker, Nr, 3, Büsching, Nr. 30, und Pastor Lemke als Schulinspektor - eine dreiklassige Schule mit zwei Lehrern befürwortete. Nach vielen Verhandlungen entschied die Regierung kategorisch, dass die Schule weder auf dem alten Platz noch auf dem Buhn, sondern mitten im Dorf gebaut werden müsse. Deshalb erwarb die Gemeinde von dem Kolon Erinkmann (Droste) ein Grundstück von zwei Morgen Größe für 2.775 Mark. Schon 1882 konnte der Grundstein gelegt und auch im gleichen Jahre die Einweihung der Schule erfolgen. Das alte Schulgebäude kaufte Schmied Rüter (32) für 3.600 Mark, und den Schulgarten erwarben Stellmacher Rasche und Friedrich Wiele, die daraus später Bauplätze machten.
Durch Gewitter zerstört Die Freude an dem neuen Schulhause währte leider nur wenige Jahre. Am 13. Juli 1884 - es war ein drückender Sommertag - entlud sich ein schweres Gewitter. Um sechs Uhr schlug der Blitz in das neue Schulhaus ein, das bis auf die Grundmauern nieder brannte. Dank der tatkräftigen Mithilfe der Nachbarschaft wurde gerettet, was gerettet werden konnte. Einige junge Leute holten sogar unter Lebensgefahr aus dem brennenden Haus einen Schrank, in welchem sich das Brautkleid der Lehrersfrau befand. Der Wiederaufbau wurde sofort in Angriff genommen, so dass bereits im Dezember des gleichen Jahres wieder unterrichtet werden konnte. Während der Bauzeit benutzte man die alte Schule wieder, und die beiden Lehrer wurden vorübergehend in der Gastwirtschaft Meier (Heilemeier) untergebracht.
Von neuem drängten die Buhner auf ein eigenes Schulhaus, doch wurde ihr Wunsch mit der Begründung abgelehnt, dass der Buhn zu wenig Steuern aufbringe und die Lasten nicht den im unteren Dorfteil wohnenden Steuerzahlern zugemutet werden könnten.
Erst gut zehn Jahre später, 1895, als die Zahl der Häuser auf 185 gestiegen war und die Gemeinde 1500 Seelen, darunter 240 Schulkinder, zählte, ordnete die Regierung den Bau einer Schule auf dem Buhn an.
Schlecht und recht wurden die Kinder derzeit in den heute noch üblichen Grundfächern unterrichtet. Die Schwierigkeiten, über die sich die heutigen Lehrer nicht mehr zu beklagen haben, lagen insbesondere darin, dass der Besuch der Schule sehr unregelmäßig war. Außerdem hatten die Kinder nicht die nötige Zeit für ihre Schularbeiten; denn sie mussten entweder im elterlichen Hause fleißig mithelfen oder Kühe hüten. Überdies waren die schlechten, weiten und im Winter verschneiten Schulwege einem geregelten Schulbesuch nicht gerade förderlich. Hinzu kam, dass um 1900 die meisten Einwohner noch plattdeutsch sprachen, so dass die Schulanfänger große Mühe hatten, den hochdeutsch sprechenden Lehrer zu verstehen. So konnte es denn geschehen, dass der Junge des Kolon M. sich gleich in den ersten Schultagen von seinem strengen Lehrer eine Ohrfeige einhandelte, weil er der Aufforderung, „lauter zu sprechen", nicht nachkommen konnte, da man zu Hause „kür hager" zu sagen pflegte.
Die Lehrer waren nicht auf Rosen gebettet; ihr Einkommen lag nicht viel über dem eines Fabrikarbeiters. Wie alle Übrigen Einwohner des Dorfes waren sie auf die Erträge aus Gartenland oder aus dem von der Gemeinde bereitgestellten Dienstland auf dem „Plass" (Platz) und auf Viehhaltung angewiesen. Auf dem Buhn z. B. waren dem Wohntrakt denn auch außer einer Diele ein Kuh-, Schweine- und Hühnerstall angegliedert.
Doch zurück zur Schule 1 und zu ihrer Geschichte. Am 14. Mai 1906 schlug der Blitz abermals in das Schulhaus ein, aber ohne zu zünden. Der Amtmann wollte daraufhin einen Blitzableiter anbringen lassen. Der Antrag wurde jedoch trotz Aufklärung über den Nutzen dieser Erfindung mit der Begründung abgelehnt „Wenn et inschlaen schall, denn schlat et doch in".
Im Jahre 1908 war die Kinderzahl der Schule schon auf 216 emporgeschnellt. Die Regierung forderte eine dritte Lehrkraft. Sie wurde zunächst abgelehnt, wobei als Begründung herhalten musste, dass die Gemeinde durch den Bau der Buhnstraße in Verschuldung geraten sei. Schließlich kam es aber doch zur Einstellung einer dritten Lehrkraft und zum Anbau eines Lehrerzimmers und einer Dienstwohnung.
Wenige Jahre später waren die Schullasten der kleinen kinderreichen Gemeinde so groß geworden, dass man sich genötigt sah, die Nachbarstadt Vlotho zur Kasse zu bitten. Das Verlangen, zu den Schulkosten beizutragen, wurde damit begründet, dass 86 Uffelner mit und ohne schulpflichtige Kinder in Vlotho tätig seien. Tatsächlich wurde in einem Verwaltungsstreitverfahren entschieden, dass die Stadt Vlotho der Gemeinde Uffeln jährlich einen Zuschuss von 500 Mark zu leisten habe (Anfang 1963 wurde der Spieß umgedreht. Man entsinne sich der offenen Briefe der Amtsdirektoren Dr. Hohenstein und Borschel).
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die wenn auch langsame, aber doch fortschrittliche Entwicklung des Uffelner Schulwesens jäh unterbrochen. Die Lehrer wurden eingezogen, fielen oder starben, so dass 245 Kinder nur von einem Lehrer unterrichtet wurden, wobei die Buhner Schule zeitweilig ganz verwaiste.
Bereits 1919 waren es aber schon wieder drei Lehrer und eine Lehrerin, die Unterricht erteilten. Einige Jahre später, 1925, wurde das gesamte Lehrerkollegium ausgewechselt.
Der Zweite Weltkrieg hatte ähnliche Folgen wie der Erste Weltkrieg, die sich gegen Kriegsende jedoch noch insofern verschärften, als der Unterricht wegen Bombengefahr, Kohlenmangel oder wegen der Entnazifizierung der Lehrer monatelang ausfallen musste.
Nach dem Tode des seit 1925 als Schulleiter amtierenden Hauptlehrers Westerhold trat Hauptlehrer Theilmann an dessen Stelle. Ab 1947 konnte mit fünf Lehrkräften in vier Klassen Unterricht gehalten werden. Das blieb so bis zu dem Tage, an dem die Schule 1 und die Buhner Schule in der neuen Zentralschule, aufgingen (1964).
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