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Fortsetzung:
Vlothoer Briefmarken
Wie war das damals? Die amerikanischen Truppen hatten schon 1944
Militärpostmarken von „drüben" mitgebracht, mit denen sie in den
besetzten Teilen Deutschlands alsbald wieder einen Postverkehr
in Gang brachten, zuerst in Aachen. Die Vorräte reichten aber
bei weitem nicht aus, als bei Waffenstillstand schließlich große
Teile des Reichsgebiets von den alliierten Truppen besetzt
waren. Da Hitler-Marken nicht mehr verwendet werden durften,
bekamen die meisten Postsendungen (wie man sich erinnern wird,
waren zunächst nur Postkarten zugelassen) am Schalter nach
Zahlung der Gebühr lediglich einen Handstempel-Aufdruck „Gebühr
bezahlt". |
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Die geringen Markenbestände
wurden rationiert, zudem waren meist nur wenige verschiedene
Wertstufen bei den Postämtern vorhanden. Um Stockungen zu
vermeiden und sich das zeitraubende Stempeln zu ersparen,
stellten sich einige Postämter schließlich selbst „Briefmarken"
in Form von Gebührenzetteln her. In Westfalen waren das die
Ämter Arnsberg, Bünde, Löhne und Vlotho. Hier bei uns wurden
weiße Klebezettel (Etiketten) mit einem sonst für Paketkarten
bestimmten Stempel „Gebühr bezahlt" bedruckt; dazu schrieb man
die Gebühr. Zunächst wurden die Werte 42 und 54 Rpf hergestellt,
nach der Gebührenerhöhung (Verdopplung) auch Wertzeichen zu 84
und 108 Rpf, sämtlich für Einschreibsendungen bestimmt.
Natürlich |
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Dieses Foto, von mäßiger Qualität, zeigt einen frankierten
Brief. Rechts ist das weiße Etikett mit dem ovalen Stempel
„Gebühr bezahlt“ (19.5.46) und der handgeschriebene
Betrag, 108 Reichspfennig, sichtbar.
Es stellte die Briefmarke dar. Links der Standard-Poststempel
(21.5.46) .
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geschah das alles unter Aufsicht des damaligen Amtsvorstehers
Oberpostmeisters Ferd. Kröger. Die einzelnen Werte wurden den
Schaltern in begrenzten Mengen - insgesamt erschienen je Wert
nur etwa 100 Stück - übergeben und von den Schalterbeamten
selbst auf die Sendungen geklebt. Ein Verkauf an Postbenutzer
über den Schalter hinweg wurde nicht zugelassen.
Nun, dieses
„Geschäft" währte nur kurze Zeit,
einige Monate Anfang 1946. Dann
untersagte die Reichspostdirektion (jetzt Oberpostdirektion
Münster) die Herstellung solcher Wertzeichen. Das Ergebnis:
Unter Sammlern werden diese Vlothoer Notausgaben zu
ansehnlichen Preisen gehandelt; nur
vollständige Briefe - lose Marken sind wertlos. Um etwaigen
Hoffnungen vorzubeugen: Die Restbestände wurden längst
vernichtet, nicht ein Stück ist noch in amtlichem Gewahrsam.
Übrigens sprach sogar einmal ein Afrikaner beim Postamt vor, um
noch einige Werte für seine Sammlung zu ergattern; auch er
musste enttäuscht wieder abreisen.
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