Innenansicht des Heimatmuseums. Foto: 1935.

 

 

 

Das Museum

 

Leiter der Sammlung war Rektor Baumeister. Die Vlothoer Bürger liefer-
ten wirklich vielerlei ab, wie aus den veröffentlichten Spendenlisten hervor-
geht. Untergebracht wurde die Sammlung in einer kleinen Hütte. Den Mittel-
punkt bildete eine große Schmetterlingssammlung. Am wertvollsten waren
vorgeschichtliche Fundstücke und Erinnerungsstücke aus Alt-Vlotho, die noch
heute ein Heimatmuseum bereichern könnten. Es waren aber auch Mit-
bringsel aus andern Erdteilen ausgestellt worden, die eher in ein Völker-
kundemuseum gehörten.

Wie der Bismarckturm mußte auch das Museum 1937 den Ausgrabungen
weichen. Der Bestand wurde sorgfältig verpackt und auf dem Jugendhof
untergestellt. Ein sehr großer Teil ist jedoch nach Kriegsende durch die Be-
satzung verstreut worden, doch konnten einige Teile noch sichergestellt wer-
den.

Das einzige, was auf dem Amtshausberg von den Beständen des Museums
übrigblieb, ist ein Grenzstein aus dem Jahre 1547. Er trägt die Schlüssel
des Bistums Minden auf der einen Seite und die Sparren von Ravensberg auf
der anderen und stand ehemals bei der früheren Tackeschen Mühle am Mittel-
bach, der hier noch heute die Grenze der Kreise Minden und Herford bildet.
Schon 1929 war der Stein auf den Amtshausberg gebracht worden, musste
aber 1930 auf Einspruch der Anlieger, von denen der eine, Franzmeier, seinen
Namen eingemeißelt hat, wieder zurückversetzt werden. 1936 ersetzte man
ihn an seinem ursprünglichen Platz durch eine Nachbildung und brachte den
alten Grenzstein ins Museum zurück. Auch er wanderte mit den andern Be-
ständen auf den Jugendhof, wurde aber auf Veranlassung von Konrektor
Seele 1952 auf dem Burgplatz hinter der Pergola
* aufgestellt.

 

 

Dieser Text wurde mit freundlicher Genehmigung der Stadt Vlotho,

dem Buch „Geschichte der Stadt Vlotho“ (1971) entnommen.

Dieses Buch ist nicht mehr im Handel erhältlich.

 

* Pergola
Der Name Pergola deutet es ja schon an, er stammt aus den lateinischen "Pergula"

und bedeutet so viel wie Anbau.