|
Das Museum
Leiter der Sammlung war Rektor
Baumeister. Die Vlothoer Bürger liefer-
ten wirklich vielerlei ab, wie aus den veröffentlichten Spendenlisten
hervor-
geht. Untergebracht wurde die Sammlung in einer kleinen Hütte. Den
Mittel-
punkt bildete eine große Schmetterlingssammlung. Am wertvollsten waren
vorgeschichtliche Fundstücke und Erinnerungsstücke aus Alt-Vlotho, die
noch
heute ein Heimatmuseum bereichern könnten. Es waren aber auch Mit-
bringsel aus andern Erdteilen ausgestellt worden, die eher in ein
Völker-
kundemuseum gehörten.
Wie der Bismarckturm mußte auch das
Museum 1937 den Ausgrabungen
weichen. Der Bestand wurde sorgfältig verpackt und auf dem Jugendhof
untergestellt. Ein sehr großer Teil ist jedoch nach Kriegsende durch die
Be-
satzung verstreut worden, doch konnten einige Teile noch sichergestellt
wer-
den.
Das einzige, was auf dem Amtshausberg von
den Beständen des Museums
übrigblieb, ist ein Grenzstein aus dem Jahre 1547. Er trägt die
Schlüssel
des Bistums Minden auf der einen Seite und die Sparren von Ravensberg
auf
der anderen und stand ehemals bei der früheren Tackeschen Mühle am
Mittel-
bach, der hier noch heute die Grenze der Kreise Minden und Herford
bildet.
Schon 1929 war der Stein auf den Amtshausberg gebracht worden, musste
aber 1930 auf Einspruch der Anlieger, von denen der eine, Franzmeier,
seinen
Namen eingemeißelt hat, wieder zurückversetzt werden. 1936 ersetzte man
ihn an seinem ursprünglichen Platz durch eine Nachbildung und brachte
den
alten Grenzstein ins Museum zurück. Auch er wanderte mit den andern Be-
ständen auf den Jugendhof, wurde aber auf Veranlassung von Konrektor
Seele 1952 auf dem Burgplatz hinter der Pergola
*
aufgestellt.
Dieser Text
wurde mit freundlicher Genehmigung der Stadt Vlotho,
dem Buch
„Geschichte der Stadt Vlotho“ (1971) entnommen.
Dieses Buch
ist nicht mehr im Handel erhältlich.
* Pergola
Der Name Pergola deutet es ja schon an, er stammt aus den lateinischen "Pergula"
und bedeutet so viel wie Anbau.
|